Zinssenkung der Bank of England: Entscheidende Weichenstellung mit taktischem Feinschliff
Die Bank of England hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesenkt, was weitgehend den Erwartungen der Bankökonomen entsprach. Interessanterweise fiel die Entscheidung im geldpolitischen Ausschuss mit einem knappen Ergebnis von 5 zu 4 aus, nachdem es sogar einer zweiten Abstimmungsrunde bedurft hatte. Diese knappe Entscheidung wurde als Indiz dafür gewertet, dass frühestens im November mit einer weiteren Zinssenkung zu rechnen ist.
Gouverneur Andrew Bailey betonte, dass die Entscheidungsfindung sorgfältig abgewogen wurde und künftige Zinssenkungen in einem bedachten und schrittweisen Rahmen erfolgen sollten. Dies kommt in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld zum Tragen, in dem eine hohe Inflation von 3,6 Prozent im Juni den geplanten Zinssenkungen entgegensteht, während eine schwächelnde Realwirtschaft sie zugleich rechtfertigt. Die Bank prognostiziert, dass die Inflationsrate ihren Höhepunkt im September bei 4,0 Prozent erreichen wird, wobei die Risiken mittelfristig gestiegen sind.
Während die Bank weiterhin vorsichtige Zinsschritte in Aussicht stellt, wurden auch Spekulationen über zukünftige Entscheidungen laut. Der Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner erwartet, dass die BoE die Zinsen tendenziell nur auf jeder zweiten Sitzung senken wird – demnach könnte die nächste Senkung im November erfolgen. Seit der Zinswende im August 2024, die auf die große Inflationswelle folgte, wurden die Leitzinsen um insgesamt 1,25 Prozentpunkte reduziert.
Interessanterweise führte die jüngste Entscheidung zu einem Anstieg des britischen Pfunds gegenüber anderen wichtigen Währungen, obwohl die Renditen für britische Staatsanleihen stiegen und der Aktienmarkt im Vergleich zu Europa nachgab.

