Zinsängste an den Märkten: Anleger schöpfen Hoffnung aus Powells kommender Rede
Mit großer Spannung blicken Investoren weltweit auf das kommende Notenbankertreffen in Jackson Hole, Wyoming. Die mit Spannung erwartete Rede des Fed-Chefs Jerome Powell könnte bedeutende Impulse für die Kapitalmärkte setzen. Am Mittwoch hielt sich die Zurückhaltung der Anleger jedoch in Grenzen, was sich in einem Rückgang des deutschen Leitindex Dax um 0,60 Prozent auf 24.276,97 Punkte widerspiegelte.
Powell steht vor einer schwierigen Entscheidung: Angesichts der anhaltend hohen Inflation in den USA sprechen viele Indikatoren gegen Zinssenkungen. Gleichzeitig wächst der Druck durch US-Präsident Donald Trump, der sich vehement für niedrigere Zinsen einsetzt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Laut der Landesbank Helaba ist eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte im September schon weitgehend eingepreist. Bleiben Hinweise Powells auf eine solche Reduzierung aus, könnte es zu Marktanpassungen kommen.
Auch der MDax verzeichnete einen Rückgang und schloss mit einem Minus von 0,35 Prozent bei 30.877,87 Punkten, während der EuroStoxx 50 um 0,20 Prozent nachgab. Anleger bevorzugten defensivere Werte innerhalb des Dax: So stiegen die Aktien von Henkel um 1,6 Prozent und Deutsche Telekom verzeichnete ein Plus von 0,9 Prozent.
Im Rüstungssektor setzten Rheinmetall und Renk ihren Abwärtstrend fort, während Hensoldt leichte Gewinne einfuhr. Der Technologiebereich geriet in den USA unter Druck, was sich auch auf Infineon auswirkte, deren Aktien um 1,6 Prozent fielen. Aixtron verzeichnete sogar einen Verlust von 2,2 Prozent. Die Anteile des Düngerkonzerns K+S verloren nach einer Herabstufung der Berenberg Bank um 4,3 Prozent.
Europäische Märkte außerhalb der Eurozone schnitten zur Wochenmitte besser ab: Der Zürcher SMI legte um 0,5 Prozent zu, und der Londoner FTSE 100 kletterte auf ein neues Rekordhoch, beflügelt durch Versorger- und Konsumtionsaktien. Der Dow Jones in New York verharrte indes nahezu stabil.

