Zerstörung im Gazastreifen: Satellitenbilder offenbaren Kriegsschäden
Mehrere Monate nach Kriegsbeginn im Gazastreifen steht fest, dass ein beträchtlicher Teil der baulichen Infrastruktur stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Aus einer Analyse von Satellitendaten durch den britischen Sender BBC ergibt sich ein verheerendes Bild: Es wird geschätzt, dass zwischen 144.000 und 175.000 Gebäude, entsprechend 50 bis 61 Prozent aller Strukturen in der Region, beschädigt oder ganz zerstört wurden. Im Rahmen seiner Bemühungen zur Terrorbekämpfung gab das israelische Militär bekannt, Tunnelanlagen der Hamas mit Wasserflutungen attackiert zu haben, um deren Netzwerk lahmzulegen.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgt die politische Rhetorik Israels: Deren Außenminister Katz erklärte kürzlich die Absicht, die Sicherheitskontrolle über den Gazastreifen beizubehalten, bis keine tödlichen Gefahren mehr für Israel ausgehen. Katz verurteilte die Hamas dabei in einer Stellungnahme gegenüber Medien scharf und forderte deren Elimination. Angesichts der hohen Opferzahl durch einen Terrorüberfall im Oktober, verschärfen sich zudem internationale Spannungen: Mehrere Staaten haben Zahlungen an das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) ausgesetzt, nachdem Mitarbeiter des Hilfswerks in den Angriff involviert gewesen sein sollen.
In der Zwischenzeit sieht die neue UN-Koordinatorin Kaag keine Alternative zur Leistung von UNRWA. Einige Experten wie FDP-Fraktionsvize Link plädieren dennoch für eine Überarbeitung der UN-Strukturen, um die humanitäre Versorgung effizienter zu gestalten. Derweil steigt die Zahl der Opfer – laut von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden auf 26.751 Tote – enorm.
Israel hält an seiner Strategie fest und feiert technologische Fortschritte bei der Tunnelbekämpfung. Doch Berichte deuten darauf hin, dass ein großer Teil des unterirdischen Netzwerks noch immer intakt ist. Derweil gelang es dem US-Militär, eine von den Huthi, die mit der Hamas in Gaza solidarisch agieren, abgefeuerte Rakete zu zerstören.
In politischen Kreisen richten sich die Augen auf bevorstehende Gespräche in Kairo, wo die Hamas-Vertreter mit dem ägyptischen Geheimdienst diskutieren wollen. Eine mögliche Vereinbarung zwischen Hamas und Israel könnte einen Austausch von Gefangenen und eine Feuerpause nach sich ziehen, wobei der Entwurf bereits in Paris von hochrangigen Vertretern diskutiert wurde. (eulerpool-AFX)

