Wirtschaftsverbände und Union im Kreuzfeuer: Gewerkschaften mahnen zu verantwortungsvollem Dialog
Deutschlands Gewerkschaften üben scharfe Kritik an aktuellen wirtschaftspolitischen Diskussionen und fordern ein sofortiges Ende der von ihnen sogenannten 'Kahlschlag-Debatten'. Gewerkschaftsführer aus dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der IG Metall, Verdi sowie sechs weiteren DGB-Gewerkschaften haben in einer gemeinsamen Erklärung den Ruf nach einer aufbauenden Reform des Sozialstaats bekräftigt. Laut Verdi-Chef Frank Werneke werden fast alle Themenfelder von der Kritik aus der Union und von Wirtschaftsverbänden, wie dem CDU-Wirtschaftsrat, durchzogen.
Diese hätten bereits die Einschränkung des Teilzeitrechts und die Streichung zahnärztlicher Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung ins Visier genommen. Darüber hinaus sollen auch die Vorfinanzierung von Löhnen im Krankheitsfall und der Kündigungsschutz zur Disposition stehen. Gewerkschaftsvertreter warnen davor, dass die anhaltende Kritik nicht nur Unsicherheit stifte, sondern auch die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung abwürge.
Der Ruf nach einem 'radikalen sozialen Kahlschlag' sei kein Beitrag zu einem produktiven gesellschaftlichen Dialog, sondern ein 'Armutszeugnis' für Politik und Wirtschaft. Statt vermeintlicher Sparmaßnahmen benötige das Land Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie mehr Steuergerechtigkeit. DGB-Chefin Yasmin Fahimi bezeichnet die jüngsten Sparvorschläge als 'respektlos und schäbig', während IG-Metall-Chefin Christiane Benner auf der Suche nach 'konstruktiven, sinnvollen Reformvorschlägen' ist.
In deutlichen Worten fasst Werneke die Situation zusammen als 'neoliberale Horrorshow'. Der dringliche Appell der Gewerkschaften lautet, die Diskussion auf zukunftsweisende Reformen zu lenken, an denen auch wohlhabendere Bevölkerungsschichten einen gerechten Anteil tragen.

