Wirtschaft im Aufwind: Ein fragiles Hoch auf Kreditbasis

Der jüngste deutliche Anstieg der Auftragseingänge in der Industrie lässt einen Hoffnungsschimmer am Wirtschaftshorizont aufkeimen. Trotz dieser positiven Signale bleibt die Zuversicht der Unternehmen vorsichtig verhalten. Dennoch gibt es Grund zum Optimismus, wenngleich die derzeitige Konjunkturentwicklung mit solidem, nachhaltigem Wachstum wenig gemein hat. Vielmehr handelt es sich um ein kreditgestütztes Hoch, das zwar kurzfristig für Erleichterung sorgt, dessen langfristige Stabilität jedoch fraglich bleibt.
Selbst die euphorischsten Bekundungen des Kanzlers und des Finanzministers über Investitionen können die Zweifel an der Dauerhaftigkeit dieses Aufschwungs nicht gänzlich zerstreuen. Die wirtschaftliche Lage scheint sich zwar aufzuhellen, doch bleibt die Kritik an der Regierung bestehen: Zu wenig werde für echtes und dauerhaftes Wachstum getan. Ansätze wie ein schlanker Staat, Steuererleichterungen oder eine Senkung der Lohn- und Lohnnebenkosten hätten das Potenzial, nachhaltigeres Wachstum zu fördern als schlichte schuldenfinanzierte Ausgabensteigerungen.

