Wiener Börse trotzt internationalen Unsicherheiten mit soliden Gewinnen
Der österreichische Aktienmarkt hat die Woche positiv begonnen und trotz globaler Handelsunsicherheiten solide Gewinne erzielt. Der ATX schloss mit einem Plus von 0,17 Prozent bei 5.817,57 Punkten, nachdem er am Nachmittag ein neues Rekordhoch von 5.856,94 Punkten markiert hatte. Auch der ATX Prime konnte mit einem leichten Anstieg von 0,07 Prozent auf 2.888,15 Punkte überzeugen. Im Gegensatz dazu verbuchten die europäischen Hauptbörsen Verluste.
Hintergrund der zögerlichen europäischen Leistung ist die Verwirrung um neue US-Zölle. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps bisherige Zollpolitik zugunsten einer Neuausrichtung zurückgewiesen hatte, kündigte der US-Präsident einen weltweiten Zollsatz von zunächst 10 Prozent an, den er umgehend auf 15 Prozent erhöhte. Diese Maßnahme betrifft auch zahlreiche EU-Exporte und basiert auf einem kürzlich unterzeichneten Dekret Trumps. Das EU-Parlament zeigt sich alarmiert und hat erneut die Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA gestoppt, bis eine klare Zusicherung aus Washington erfolgt.
In Österreich hingegen war die Unternehmensszenerie zu Wochenbeginn eher ruhig, jedoch mit positiven Entwicklungen bei einigen Schlüsselaktien. AT&S, ein führender Halbleiterhersteller aus der Steiermark, konnte seine Aktien um 5,24 Prozent steigern. Noch beeindruckender waren die Kursgewinne von FACC, einem Zulieferer der Luftfahrtbranche, dessen Aktien nach einem kräftigen Anstieg erneut über sechs Prozent zulegten.
Auch andere Aktien zeigten Stärke: Agrana und Bajaj Mobility (KTM) erlebten Aufschläge von 2,17 und 1,95 Prozent. Auf der anderen Seite des Spektrums mussten Porr und Lenzing Abschläge von 2,09 bzw. 1,79 Prozent hinnehmen. Der prime market sah sich durch einen starken Rückgang der Mayr-Melnhof Karton-Aktien um mehr als sieben Prozent belastet. Auch Frequentis verbuchte Verluste mit einem Minus von 2,13 Prozent.

