Wiener Atomabkommen: Neue Verhandlungsrunde in Genf
Im fortwährenden Disput um das iranische Atomprogramm stehen erneut entscheidende Gespräche an. Regierungsvertreter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und dem Iran treffen sich heute, um einen diplomatischen Ausweg aus der festgefahrenen Situation zu finden. Die iranische Delegation wird von Vizeminister Madschid Tacht-Rawantschi angeführt, wie aus Berichten der iranischen Medien hervorgeht.
Dieses Treffen in Genf folgt auf die im letzten Monat abgehaltene Runde in Istanbul, bei der die europäischen E3-Staaten versuchten, den diplomatischen Druck auf Teheran zu verstärken. Diese Gespräche fanden nach einer kritischen Phase statt, die durch einen Konflikt zwischen Israel und dem Iran im Juni geprägt war.
Der Handlungsdruck ist hoch, denn die Europäer wünschen sich dringend eine Annäherung an die iranische Führung. Die E3-Staaten haben zudem deutlich gemacht, dass sie bei ausbleibendem Fortschritt bis Ende August die Möglichkeit haben, den 'Snapback-Mechanismus' zu initiieren. Diese Klausel des Wiener Atomabkommens von 2015 erlaubt es ihnen, bisherige UN-Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft zu setzen. Damit setzen die Europäer ein klares Zeichen: Eine Lösung im Atomstreit muss dringend gefunden werden, um weitere wirtschaftliche Strafmaßnahmen abzuwenden.

