Wie Sie einen Fassadenanstrich richtig planen

Hausbesitzer, ist Ihnen das schonmal passiert? Seit Jahren laufen Sie jeden Tag an der Stelle vorbei. Aber eines Tages sehen Sie ihn: einen gewaltigen Riss in der Fassade. Düster schaut er Sie an, jagt Ihnen einen Schreck durch alle Glieder. Denn das bedeutet wahrscheinlich: Die Fassade muss saniert werden. Und das kann sehr aufwendig und teuer werden. Aber mit der richtigen Planung lässt sich auch diese Herausforderung bewältigen.
Egal ob Wohn- oder Geschäftshaus, Alt- oder Neubau, ob Stein, Beton oder Holz. Eine Fassade muss viel aushalten: Temperaturschwankungen, Witterung, Luftverschmutzung und andere Einflüsse setzen der Außenhaut des Gebäudes tagtäglich zu. Deshalb sollte ihr Zustand in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Probleme können zum Beispiel sein: Risse in der Fassade, bröckelnder Putz, vielleicht auch grüne und braune Stellen. Wenn eine Sanierung nötig ist, müssen bestimmte Punkte beachtet werden.
Ohne Planung geht nichts
Ein Fassadenanstrich ist keine einfache Innenraumrenovierung. Der Zeitpunkt der Arbeiten muss passend gewählt sein. Es darf nicht zu feucht sein und auch nicht zu kalt. Die Hersteller von Fassadenfarben machen in der Regel Angaben zur Mindesttemperatur. Die kann man den Packungen entnehmen.
Zunächst müssen Sie die Fassade einer gründlichen Zustandsanalyse unterziehen: Suchen Sie sorgfältig nach losem Putz, aber auch Moos, Flechten oder Pilzbefall. Ein sehr wichtiger Punkt: Wie saugfähig ist die Fassade? Alle Schäden und Befunde müssen genau dokumentiert werden. Suchen Sie auch nach möglichen Wechselwirkungen. Dann erst beginnt die Planung. In einem genauen Sanierungsplan wird der Einsatz der Mittel und Maßnahmen festgelegt.
Achtung: Sie sollten den Aufwand nicht unterschätzen! Der hängt zunächst natürlich von der Fläche ab. Ein anderer wichtiger Punkt: Wie viele Personen sind an den Arbeiten beteiligt? Haben sie viel oder wenig Erfahrung? Im Idealfall sollten erfahrene und unerfahrene Arbeiter in Teams zusammenarbeiten. So können sie voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
Ablauf der Arbeiten
Nun geht es an die Arbeit. Im ersten Schritt müssen Sie die Fassade sorgfältig reinigen. Vor allem Moos und Flechten sollten so gründlich wie möglich entfernt werden. Dann folgt das Ausbessern schadhafter Stellen. Lockere Bausubstanz muss unbedingt entfernt werden. Ebenso jede Form von Bewuchs. Risse werden verspachtelt, gegebenenfalls muss auch Stuck nachmodelliert werden. Manche Flächen absorbieren Flüssigkeit sehr stark. In diesem Fall muss zunächst eine Grundierung aufgetragen werden. Die schützt vor dem Eindringen von Feuchtigkeit.
Der erste Anstrich wird normalerweise mit verdünnter Farbe ausgeführt. Dazu werden der Farbe fünf bis 15 Prozent Wasser zugesetzt. Sollten die Flächen allerdings sehr stark von Pilzen oder Algen befallen gewesen sein, kann man stattdessen auch ein Fungizid oder Algizid beimischen. Das ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der den unerwünschten Befall gezielt abtötet.
Beim zweiten Anstrich schließlich wird die Farbe unverdünnt aufgetragen. Jetzt sollte sie zuverlässig und gleichmäßig die gesamte Farbe abdecken. Selbstverständlich gehören auch andere Elemente zur Fassade, etwa Stufen oder Fensterbretter, außerdem Leitungen und Rohre. Um den Anstrich komplett zu machen und ein schönes Gesamtbild zu erstellen, sollten diese Teile ebenfalls saniert oder ausgewechselt werden.
Eines sollten Hausbesitzer unbedingt beachten: Wenn mehr als zehn Prozent der Fläche saniert werden müssen, handelt es sich rein rechtlich nicht mehr um einen bloßen Fassadenanstrich. Dann erfolgt eine Fassadensanierung – und die muss gemäß Energiesparverordnung (EnEV) durchgeführt werden. Das bedeutet nicht selten, dass die gesamte Fassade mit einer Wärmedämmung versehen werden muss. Das klingt vielleicht erst einmal erschreckend, doch dieser Schritt kann sich langfristig lohnen. Denn über die Fassade entweichen bis zu 25 Prozent der Heizwärme. Eventuell kommt dafür ein günstiger Sanierungskredit infrage.

