WHO fordert höhere Steuern auf gesundheitsschädigende Getränke
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, dass bestimmte alkoholische und zuckerhaltige Getränke in vielen Ländern zu günstig angeboten werden. Diese Erschwinglichkeit trägt dazu bei, dass Kinder und junge Erwachsene vermehrt unter Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen leiden. Die WHO empfiehlt daher, bestehende Steuern auf solche Getränke zu erhöhen oder, wo noch nicht eingeführt, neue Steuern zu implementieren. Auf diese Weise könnten die Preise steigen, was zu einem geringeren Konsum führen würde und nebenbei zusätzliche Mittel für das Gesundheitssystem generieren könnte.
Trotz der Tatsache, dass mittlerweile 116 Länder alkoholfreie Getränke wie Limonaden besteuern, bleiben viele andere zuckerreiche Produkte unberücksichtigt. Dazu zählen 100-prozentige Fruchtsäfte, gesüßte Milchgetränke und Fertigkaffees oder -tees. Mindestens 25 Länder, primär in Europa, verzichten zudem auf eine Verbrauchssteuer für Wein, obwohl andere destillierte Spirituosen steuerlich belastet werden. In Deutschland gilt nur für bestimmte alkoholische Getränke eine Steuer. Der Ärzteverband Marburger Bund plädiert regelmäßig für höhere Abgaben auf gesundheitsschädliche Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Zucker, um die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Dennoch lehnt die Regierungskoalition eine Einführung einer Zuckersteuer ab und setzt eher auf Aufklärungsmaßnahmen für Schulkinder über die Gefahren stark zuckerhaltiger Produkte.
Laut Etienne Krug, dem verantwortlichen WHO-Direktor, sind die Konsequenzen des Alkoholkonsums vielschichtig, von Gewalt über Verletzungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Während die Industrie hiervon profitiert, trägt die allgemeine Bevölkerung die gesundheitlichen Folgen, und die Gesellschaft übernimmt die wirtschaftlichen Lasten.

