Wetterkapriolen bringen Deutschlands Verkehrswege ins Schwitzen
Während in den Straßen der Republik Schnee und Regen zur Tagesordnung gehören, klemmen sich Fußgänger und Pendler die Stirn ins Faltenwerk der Anspannung. Die morgendliche Fahrt zur Arbeit gleicht einer Lotterie, die den Ausgang der eigenen Leseweise von Wetterberichten verdankt. Hier heißt es: Vorsicht auf glatten Wegen. Obgleich die vergangene Nacht großmütig mit Unfällen geizte, bleibt die Lage angespannt. Besonders in Teilen Frankens blieben Straßen gesperrt, da Baumsturzgefahr besteht. Währenddessen forderten schon am Montag Schneefall und Eisregen Geduld von allen Verkehrsteilnehmern – eine Geduldsprobe, die sich am Reiskirchener Dreieck bei Gießen manifestierte. Helfende Hände von Feuerwehr und Rotem Kreuz reichten Decken und Getränke den Eingeschlossenen. Der Ausblick des Deutschen Wetterdienstes verheißt keinen leichten Rückweg aus dem Chaos. Der Wettergott hat noch ein Potpourri aus Schnee und Regen in der Tasche, besonders gefrierender Regen schwebt wie ein Damoklesschwert über der Mitte Deutschlands. Eine Wetterwarnung gilt bereits für große Teile des Landes, von Hamburg bis tief in den Süden Bayerns – eine erzwungene Lethargie auf unseren Straßen. Auch der Bahnverkehr zittert unter der frostigen Umarmung der Natur. Trotz verbesserter Bedingungen verläuft nicht jede Zugfahrt reibungslos, insbesondere Verbindungen rund um Berlin und die Ostseeküsten bleiben durch Ausfälle und Verspätungen gebeutelt. Straßenbahnen in Berlin stehen weiter still, während in anderen Regionen LKWs wie überforderte Riesen liegen bleiben und die Autobahnen blockieren. Diesem frostigen Gemälde müssten selbst die Geister winterlicher Narnia-Kulissen wehmütig applaudieren. Schulen kauern sich angesichts der winterlichen Unplanbarkeit in manchen fränkischen Landkreisen in vorsichtigen Fernunterricht – der adversen Witterung geschuldet.
Und wenn richtungsweisende Blicke über den Atlantik schweifen, begegnen sie einer noch dramatischeren Szenerie. In den USA türmen sich Schneemassen weitaus höher auf und lassen New York City im surrealen Glanz eines mit Schnee überladenen Central Parks erscheinen. Kälte und Schneesturm fordern nicht nur das logistische Geschick der Behörden heraus, sondern auch das menschliche – das Leben knickt unter dicken Schneedecken, während Millionen im Dunkeln festsitzen. Schulen geschlossen, der Flugverkehr büßt seine Ordentlichkeit ein – die Ohnmacht gegenüber den ungebändigten Launen der Natur wird fast fühlbar.
Zart blitzt ein Hoffnungsschimmer durch die Frostfesseln: Die Normalität, so scheint es, ist auf dem Weg zurück an unsere Flughäfen.

