Wenig Grund zur Sorge: CFOs blicken optimistischer in die Zukunft
Eine Welle der Erleichterung zieht durch die amerikanischen Chefetagen: Die Unsicherheit, die Handelsstreitigkeiten in der ersten Jahreshälfte mit sich brachten, scheint sich zu verflüchtigen. Dennoch bleibt das Thema Preissteigerungen weiterhin in den Köpfen. Dies zeigt die neueste Umfrage der US-Notenbank unter Finanzvorständen.
Die quartalsweise Erhebung, durchgeführt von den Federal Reserve Banken in Atlanta und Richmond sowie der Fuqua School of Business der Duke University, befragte 525 Unternehmen. Das Ergebnis: Der Optimismus der CFOs stieg, während die Besorgnis über politische Unwägbarkeiten im dritten Quartal sank. Dies korreliert mit der Verabschiedung finaler Zolltarife durch die Trump-Administration für eine Vielzahl von Gütern und Ländern.
Zwar ist die Neugestaltung der Handelsregeln noch nicht abgeschlossen und wichtige gerichtliche Entscheidungen stehen aus, doch Finanzvorstände räumen der "Unsicherheit" weniger Bedeutung ein. Zu Beginn der Trump-Administration hatten noch massive Zollevorschläge die Märkte auf Trab gehalten. Investitions- und Einstellungspläne wurden auf Eis gelegt, während Unternehmen und Haushalte sich mit Importgütern eindeckten und so die Wirtschaftsdaten verzerrten.
Zwar bleiben Zölle das Hauptthema der Finanzvorstände, gefolgt von Inflation und Geldpolitik, aber deren Dringlichkeit fiel von 40% auf nun 30%. Dies gibt Firmen die Möglichkeit, ihre Zukunftspläne präziser zu gestalten. Für importabhängige Firmen bedeutet dies, sich auf Preissteigerungen einzustellen, was die Federal Reserve zurückhaltend bei Zinssenkungen macht, bis die Auswirkungen auf die Inflation klarer werden.
Dieses Jahr sanken die Preissteigerungserwartungen leicht, doch für nächstes Jahr sind sie gestiegen, was einige Politiker besorgt, dass die vollständigen Auswirkungen der Zölle auf die Inflation erst in den kommenden Monaten sichtbar werden.
"Im Vergleich zum letzten Quartal sind Unternehmen weniger unsicher bezüglich Zölle und erwarten weniger extreme Preissteigerungen in diesem Jahr," erklärten die Analysten der Umfrage. Während extreme Auswirkungen bisher ausblieben, könnten die derzeitigen Prognosen täuschen, da einige Firmen eine Kostensteigerung von bis zu 30% auf geplante Preiserhöhungen berichten. Solange die Unsicherheit über Zölle sinkt, bleibt die Herausforderung der Importkosten bestehen.

