Weltwirtschaft in Schieflage: Internationale Aktienmärkte unter Druck
Die internationalen Aktienmärkte befinden sich weiterhin im Fall, beeinflusst durch erhebliche Verluste an der Wall Street und rückläufige US-Futures. Insbesondere der Dax musste deutliche Einbußen hinnehmen und fiel unter die Marke von 21.000 Punkten. Der EuroStoxx 50 verringerte sich am Mittag um 2,4 Prozent auf 4.990,66 Punkte. Auch außerhalb des Euroraums war die Lage düster: Der Schweizer SMI fiel um 2,74 Prozent auf 11.935,88 Punkte und der britische FTSE 100 sank um 1,77 Prozent auf 8.324,93 Punkte.
Diese Entwicklung reflektiert die anhaltende Unsicherheit aufgrund der US-Zollpolitik. Robert Halver von der Baader Bank bezeichnete die jüngsten Zollmaßnahmen der Trump-Administration als Bedrohung für die Globalisierung, die er als stabiles Fundament der Weltwirtschaft sieht. Diese Zollschläge, so Halver, führten zu "aktiver Wohlstandsvernichtung".
Der Ausblick bleibt vorerst düster. Solange Drohungen weiterer Zölle die Schlagzeilen dominieren und keine Einigungen in Sicht sind, wird die wirtschaftliche Unsicherheit bestehen bleiben. Auch der am Nachmittag erwartete US-Arbeitsmarktbericht sorgte für Zurückhaltung bei den Marktteilnehmern. Die Volkswirte der Helaba glauben zwar an solide Zahlen, doch die Erwartungen an eine Zinssenkung in den USA bleiben unberührt.
Ähnlich wie am Vortag standen Banken erneut unter Druck. Konjunkturelle Unsicherheiten ließen Aktien wie BNP Paribas und Societe Generale einbrechen, die vorher im Jahr stark gestiegen waren. Auch Rohstoff- und Ölwerte gerieten ins Hintertreffen. BP fiel um 2,4 Prozent, nachdem Verwaltungsratschef Helge Lund seinen Rücktritt ankündigte. Experten von RBC prognostizieren mögliche strategische und personelle Veränderungen.
Defensive Werte hielten sich stabiler. Der Nahrungsmittelsektor führte die Gewinnerliste an, wobei Danone um 2,2 Prozent stieg und damit ein Fünfjahreshoch erreichte. Eine Analystenempfehlung von Morgan Stanley stützte diesen Anstieg. Auch Unilever zeigte sich widerstandsfähig, während Nestle nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley leicht nachgab.
Pharmawerte konnten ihre jüngsten Gewinne nicht ausbauen. Diese Branche sowie die Halbleiterindustrie müssen nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump bald mit neuen Zöllen rechnen, die er an Bord der Air Force One angekündigt hat.

