Weichenstellung für den Gazastreifen: Friedenstruppen und Diplomatie im Fokus
In der komplexen Gemengelage des Nahen Ostens hat Außenminister Johann Wadephul eine klare Position vertreten: Ein internationales Engagement im Gazastreifen sollte durch ein UN-Mandat gestützt werden. Diese Botschaft überbrachte er bei einem Treffen mit dem ägyptischen Außenminister Badr Abdel-Atti in Kairo. Wadephul betonte die Notwendigkeit eines klaren rechtlichen Rahmens, der durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats etabliert werden könnte, um eine regelbasierte Ordnung sicherzustellen.
Parallel dazu hat Indonesien signalisiert, im Falle eines Friedens mindestens 20.000 Friedenstruppen in den Gazastreifen zu entsenden – ein Ansatz, den auch Pakistan teilt. Allerdings sieht sich dieser Plan Berichten zufolge mit Widerstand Israels konfrontiert, das eine entscheidende Rolle der Vereinten Nationen in der Region kritisch betrachtet.
Inmitten dieses diplomatischen Tauziehens laufen in Scharm el Scheich indirekte Gespräche zwischen der Hamas und Israel über einen Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Ägypten, Katar und die USA fungieren als vermittelnde Akteure. Wadephul nutzte die Gelegenheit eines Treffens, um in einer Telefonkonferenz mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, der eigens nach Scharm el Scheich gereist ist, über die Fortschritte zu beraten.
Badr Abdel-Atti hob die Bedeutung der jetzigen Phase hervor und appellierte an beide Seiten, politischen Willen zu zeigen und ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Wadephul unterstrich die Dringlichkeit, das Momentum für Fortschritte zu nutzen, um einen Waffenstillstand zu erreichen, humanitäre Hilfe zu intensivieren und Geiseln sowie Gefangene freizulassen. Wichtige Schritte, um das Vertrauen in den Verhandlungsprozess nicht zu gefährden.
Ein kultureller Abstecher in die historische Altstadt Kairos rundete Wadephuls Besuch ab. Er besichtigte den Kalawun-Baukomplex, einst religiöses Zentrum und ein damals hochmodernes Krankenhaus zur Zeit der Mamluken-Herrschaft.

