Washingtons scharfer Blick auf Harvards Visa-Anträge
In einer bemerkenswerten Entwicklung hat das US-Außenministerium Berichten zufolge eine umfassende Überprüfung der digitalen Aktivitäten aller Personen angeordnet, die ein Visum für einen Aufenthalt an der renommierten Harvard-Universität beantragen. Diese Maßnahme betrifft nicht nur Studierende, sondern erweitert sich auch auf Forschende und Gastredner, wie der Nachrichtensender CNN und das Medium "Politico" betonen, die sich auf interne Anweisungen berufen.
Die Überprüfung sieht ein vollständiges Screening der Online-Präsenz der Antragsteller vor. Interessanterweise erleben Konsulat-Mitarbeiter hier eine neue Dimension ihrer Arbeit: Sie sollen herausfinden, ob das Fehlen von Online-Informationen oder private Social-Media-Profile auf ausweichendes Verhalten hündeuten könnten, was die Glaubwürdigkeit der Antragsteller ernsthaft infrage stellt.
Dieses Vorgehen könnte demnach Teil eines Pilotprojekts sein, das Harvard als eine Art Testlauf betrachtet. Eine Ausweitung auf andere Universitäten der Vereinigten Staaten ist dabei nicht ausgeschlossen. Die Bestrebung der Regierung, ausländische Studierende und Austauschprogramm-Teilnehmer einer strengeren Überprüfung zu unterziehen, ist kein Geheimnis.
Besonders Harvard gerät ins Visier der Behörden, nicht zuletzt, weil die Universität Forderungen der US-Regierung entschieden ablehnt. Ein aufsehenerregender Rechtsstreit ist im Gange, nachdem unter der Trump-Administration erhebliche staatliche Fördermittel gestrichen wurden.
Kritiker sagen der Regierung nach, dass sie Harvard anprangere, weil die Universität angeblich nicht ausreichend gegen propalästinensische Proteste und antisemitische Vorfälle vorgehe. In diesem Kontext versucht die Regierung die Aufnahme internationaler Studierender durch zu verschärfende Visabestimmungen zu kontrollieren.

