Investmentweek

Was das Ende der USAID Entwicklungshilfe bedeutet

25. Februar 2025, 13:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die radikale Umstrukturierung des US-Staatsapparats trifft die US-Entwicklungshilfebehörde mit voller Wucht. Tausende Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, Projekte weltweit stehen vor dem Aus.

Der tiefe Schnitt – USAID verliert 1.600 Stellen

Die Trump-Regierung setzt ihre radikale Sparpolitik um: Die US-Entwicklungshilfebehörde USAID, einst eine der mächtigsten Hilfsorganisationen der Welt, wird massiv verkleinert.

Rund 1.600 Stellen in den USA werden gestrichen, während fast alle weiteren Mitarbeiter weltweit beurlaubt wurden – mit wenigen Ausnahmen für „spezielle Funktionen“. Diese Nachricht sorgt nicht nur in Washington für Unruhe, sondern auch in Krisengebieten rund um den Globus.

Besonders hart trifft es die Länder, die in hohem Maße von amerikanischer Unterstützung abhängig sind. USAID war über Jahrzehnte ein zentraler Akteur in der Bekämpfung von Hungersnöten, Epidemien und humanitären Krisen. Nun stehen viele dieser Programme vor dem abrupten Ende.

Die Entlassungen waren bereits seit Januar absehbar, als Trump die Finanzierung der Behörde „zur internen Überprüfung“ ausgesetzt hatte.

In der Folge kam es zu einem juristischen Tauziehen: Ein Bundesrichter in Washington hatte zunächst entschieden, die Kürzungen temporär zu stoppen – eine Entscheidung, die er vergangene Woche überraschend revidierte. Damit war der Weg für den massiven Stellenabbau endgültig frei.

USAID galt als einer der größten Akteure in der globalen Krisenhilfe. Mit der radikalen Umstrukturierung setzt die US-Regierung ihre „America First“-Strategie um – mit potenziell katastrophalen Folgen für weltweite Hilfsprogramme.

Trumps Feldzug gegen die Entwicklungshilfe

Donald Trump hatte USAID bereits in seiner ersten Amtszeit als „unnötige Geldverschwendung“ bezeichnet und wollte die Behörde damals schon deutlich verkleinern. Er sieht in der US-Entwicklungshilfe eine Institution, die „radikalen Wahnsinnigen“ diene und Steuergelder in falsche Hände lenke.

Diese Argumentation entspricht seiner „America First“-Strategie, bei der internationale Verpflichtungen als Last für die USA betrachtet werden.

Für viele Kritiker ist der Schritt allerdings mehr als nur eine ideologische Korrektur. Sie bezeichnen die Abschaffung wesentlicher Teile der USAID als einen gefährlichen Rückzug aus der globalen Verantwortung. Besonders betroffen sind afrikanische und lateinamerikanische Staaten, in denen USAID bislang große Infrastrukturprojekte finanziert oder Gesundheitsprogramme durchgeführt hat.

Kollaps für Krisengebiete?

Das abrupte Ende der USAID-Finanzierung könnte verheerende Folgen haben:

  • Afrika: USAID war einer der Hauptakteure in der Aids-Bekämpfung in Subsahara-Afrika. Millionen Menschen erhalten über USAID-finanzierte Programme lebenswichtige Medikamente. Ohne diese Unterstützung drohen Engpässe und steigende Todesraten.
  • Naher Osten: In Ländern wie Syrien oder Jemen war USAID maßgeblich am Wiederaufbau beteiligt. Infrastrukturprojekte, Bildungshilfen und medizinische Versorgung könnten durch den Rückzug zum Stillstand kommen.
  • Lateinamerika: USAID spielte eine Schlüsselrolle in der Bekämpfung von Fluchtursachen. Programme zur wirtschaftlichen Entwicklung und Gewaltprävention könnten wegbrechen – mit der Folge, dass Migrationsströme in Richtung USA wieder zunehmen.

Der internationale Druck auf die US-Regierung wächst. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, Frankreich und Kanada, haben bereits kritische Stimmen zu den Maßnahmen geäußert. Die UN warnt davor, dass die Kürzungen „katastrophale Auswirkungen“ haben könnten.

Was passiert mit den Mitarbeitern?

Während USAID offiziell ankündigt, freiwillige Rückkehrprogramme für ihre internationalen Mitarbeiter zu finanzieren, herrscht in den betroffenen Ländern Unsicherheit. Viele lokale Mitarbeiter, die für die Behörde tätig waren, stehen plötzlich ohne Job und Perspektive da.

Die US-Regierung plant derweil, „Einzelheiten zur Abwicklung“ der Entlassungen bekannt zu geben. In der Mitteilung von USAID heißt es, dass betroffene Mitarbeiter ihre persönlichen Gegenstände in den kommenden Tagen aus den Büros abholen können. Auch dienstliche Geräte müssten zurückgegeben werden.

Politik
[InvestmentWeek] · 25.02.2025 · 13:00 Uhr
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