Warten auf Powell: Märkte schauen aufmerksam nach Jackson Hole
Die Entwicklungen auf dem Markt für deutsche Staatsanleihen zeigen sich vor der mit Interesse erwarteten Rede von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, relativ stabil. Der Euro-Bund-Future, ein wichtiger Indikator, verharrte nahezu unverändert bei einem marginalen Rückgang von 0,05 Prozent auf 129,02 Punkten, während die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bei 2,75 Prozent lag.
Trotz der jüngsten Prognose des Statistischen Bundesamtes, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stärker geschrumpft ist als zuvor angenommen, bleibt der Fokus fest auf Powells bevorstehender Ansprache beim geldpolitischen Symposium in Jackson Hole gerichtet. Die Anleger sind besonders gespannt, ob es Hinweise auf eine potenzielle Zinssenkung durch die Fed im kommenden September geben wird.
Volkmar Baur, Währungsexperte der Commerzbank, merkt an, dass sich die Markterwartungen in den letzten Tagen verändert haben. War eine Zinssenkung im September zuvor noch mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist, sank diese Annahme zuletzt auf weniger als 75 Prozent.
Abseits des offiziellen Themas Arbeitsmarkt seien auch Diskussionen über die Zukunft und Autonomie der Fed entscheidend, besonders angesichts der wiederholten Angriffe des US-Präsidenten Donald Trump auf Powell und seine Geldpolitik. Ökonomen äußern Bedenken, dass Trumps aggressive Handelspolitik zu einer Wiederbelebung der Inflation führen könnte, was vorzeitige Zinssenkungen riskant machen würde.

