Warnstreiks legen Teile des deutschen Verkehrsnetzes lahm
Autofahrer in Deutschland sahen sich am Montag mit erheblichen Verkehrsstörungen konfrontiert. Der Grund: Warnstreiks von Mitarbeitern der Autobahn GmbH des Bundes inmitten laufender Tarifverhandlungen. Diese Aktionen beeinträchtigten den fließenden Verkehr auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen teils massiv. Die Gewerkschaft Verdi mobilisierte eigenen Angaben zufolge Tausende Beschäftigte, die in den Autobahn-Niederlassungen, Straßenmeistereien sowie Tunnel- und Verkehrsleitzentralen stationiert sind.
Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi, berichtete von Demonstrationszügen und Kundgebungen, die sich über 18 Standorte in ganz Deutschland verteilten. Ein besonderer Schwerpunkt lag in Nordrhein-Westfalen, wo 28 Landestunnel, wie im Vorfeld von Verdi angekündigt, bestreikt werden sollten. Sperrungen an elf großen Tunneln auf den Bundes- und Landesstraßen waren die Folge, bestätigte der Landesbetrieb Straßen.NRW.
Auch außerhalb Nordrhein-Westfalens wurde gestreikt: In Städten wie Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin gab es Demonstrationen und blockadenähnliche Aktionen. Der Elbtunnel in Hamburg war nur eingeschränkt zu befahren, da pro Richtung je ein Fahrstreifen des Tunnels bis zum Abend gesperrt blieb.
Verdi äußerte harsche Kritik an den bisherigen Tarifverhandlungen sowohl für die Autobahn GmbH als auch für den öffentlichen Dienst der Länder. Die Gewerkschaft strebt eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent monatlich an, oder mindestens 300 Euro – gerade um die niedriger eingruppierten Gehaltsstufen zu entlasten.

