Warnsignale aus dem Markt: Shiller-KGV signalisiert teuerste Aktien seit Dotcom-Blase
Das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), ein verlässliches Barometer für die Bewertung von Aktien, hat jüngst ein Niveau erreicht, das zuletzt während der Dotcom-Blase zu beobachten war. Dies deutet darauf hin, dass Aktien aktuell so teuer wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr sind.
Der S&P 500 wies am Montag erstmals seit dem Jahr 2000 ein Shiller-KGV von über 40 auf. Damals erreichte der Wert ein Rekordniveau von 44, bevor der Index zwischen März 2000 und Oktober 2002 um 49 % einbrach, als der Internethype platzte.
Russ Mould, Investmentdirektor bei AJ Bell, erklärte gegenüber Business Insider: „Der US-Aktienmarkt erscheint teuer, egal, wie man es betrachtet.“ Er merkte an, dass das Shiller-KGV sowie andere Bewertungskennzahlen zu den höchsten 10 % ihrer historischen Bandbreite zählen.
Während das Shiller-KGV keine sofortige Korrektur vorhersagen kann, könnte es für Anleger ratsam sein, Vorsicht walten zu lassen. In der Vergangenheit lieferten US-Aktienrenditen unter ähnlichen Bedingungen nur „mäßige bis enttäuschende“ Ergebnisse. Mould fügt hinzu: „Es ist schwierig vorherzusagen, wann genau die Probleme auftreten werden.“
Der Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte diese Bewertungskennzahl, die durch Inflationsbereinigung einen längeren Zeithorizont für Marktbewertungen erlaubt und so zyklische Gewinneffekte glättet. Allerdings bezieht das Shiller-KGV weder Zinssätze noch wirtschaftliche Veränderungen ein, die die Bewertungen beeinflussen können.
Der S&P 500 hat sich durch AI-Titel wie Nvidia in den letzten fünf Jahren verdoppelt und notiert auf Rekordhöhen. Einige Beobachter, darunter US-Notenbankchef Jerome Powell, warnen vor hohen Bewertungen. Gleichzeitig verteidigen Investoren wie Kevin O'Leary und Ross Gerber den AI-Boom im Vergleich zur Dotcom-Ära und betonen nachhaltige Produktivitäts- und Wachstumsversprechen der Branche.

