Wann Bitcoin laut Power-Law-Modell 10 Millionen Dollar erreichen könnte

Der Physiker Giovanni Santostasi vertritt die Ansicht, dass der langfristige Preistrend von Bitcoin am besten durch ein Power-Law-Modell verstanden werden kann, ähnlich wie Muster, die in Städten, der Biologie und anderen natürlichen Systemen zu finden sind. In einem Gespräch mit Nathalie Brunell im Coin Stories Podcast erklärte der Direktor des Scientific Bitcoin Institute, dass historische Daten von Bitcoin auf einen Preis von etwa $1 Million pro Coin in etwa acht Jahren und $10 Millionen in etwa 20 Jahren hindeuten.
Santostasi erläuterte seine Bitcoin-Power-Law-These im Detail. Sein zentrales Argument ist, dass der Bitcoin-Preis seit den frühen Handelszeiten des Netzwerks einer nichtlinearen mathematischen Beziehung zur Zeit folgt. In seiner Formel ist der Bitcoin-Preis proportional zur Zeit, die auf eine Potenz von etwa 5,8 bis 5,9, oft auf sechs gerundet, erhoben wird. Dieser Exponent sei nicht nur ein Artefakt der Kurvenanpassung, sondern ein "Fingerabdruck" des Systems.
Bitcoin wächst wie eine Stadt
Er räumte ein, dass Bitcoin kurzfristig volatil bleibt, da Kriege, Krisen und Liquiditätsschocks große Abweichungen verursachen können. Diese Bewegungen seien jedoch Oszillationen um eine tiefere Trajektorie.
Laut Santostasi impliziert das Power-Law-Modell derzeit ein zentrales Preisniveau von etwa $120.000, während der Markt kürzlich unter diesem Niveau gehandelt wurde. Das untere statistische Band, das er als eine Art Boden beschreibt, liegt derzeit bei etwa $56.000 bis $57.000. Er nannte einen Korrelationskoeffizienten von 0,97 für die Anpassung des Power-Law-Modells und argumentierte, dass nur etwa 3% der langfristigen Preisvariation von Bitcoin nicht durch das Modell beschrieben werden.
Ein wesentlicher Teil von Santostasis These ist, dass Bitcoin sich eher wie ein vernetztes Organismus verhält als wie ein Unternehmensvermögen. Er verglich Bitcoin mit Städten, die durch bottom-up Interaktionen wachsen und tendenziell viel länger bestehen als Unternehmen. Städte folgen laut ihm Power-Laws, weil ihr Wert aus Netzwerken von Menschen entsteht, die frei interagieren, bauen und Informationen austauschen.
Der Physiker kontrastierte dies mit exponentiellem Wachstum, das er mit Systemen in Verbindung bringt, die schnell expandieren, aber schließlich auf Ressourcenbeschränkungen stoßen. Er nannte Unternehmen als Beispiel und sagte, dass die meisten innerhalb von 150 Jahren sterben, während Städte wie Rom Jahrtausende überdauern können. Diese Unterscheidung führte zu einer der provokanteren Implikationen der Diskussion: Unternehmen, die von Bitcoin unterstützt werden, könnten theoretisch in ihrer Beständigkeit stadtähnlicher werden.
Santostasi argumentierte auch, dass das Wachstum der Bitcoin-Adressen die These unterstützt. Er sagte, dass Bitcoin-Adressen als Power-Law mit der Zeit hoch drei gewachsen sind, während der Preis auf das Adresswachstum ungefähr gemäß einer quadratischen Beziehung reagiert, ähnlich dem Metcalfe’schen Gesetz. Die Kombination dieser beiden Beziehungen ergebe die beobachtete Preisbeziehung der Zeit zur sechsten Potenz.
Dieses Rahmenwerk führt Santostasi auch dazu, die gängige Ansicht abzulehnen, dass die Bitcoin-Adoption hauptsächlich als S-Kurve modelliert werden sollte, wie Kühlschränke, Fernseher oder andere Konsumtechnologien. Diese Produkte seien nicht in gleicher Weise Netzwerke wie Bitcoin. Bitcoins soziale, monetäre und technische Schichten machen es dem Internet oder einer Stadt näher als einem Haushaltsgerät.
Trotzdem präsentierte Santostasi die Prognose nicht als Gewissheit. Auf die Frage, wie sicher er sei, dass Bitcoin in etwa acht Jahren ungefähr $1 Million pro Coin und in etwa 20 Jahren $10 Millionen erreichen wird, schätzte er die Wahrscheinlichkeit auf etwa 90%, ließ jedoch Raum für mögliche Fehlschläge. Er sagte, dass fortgesetzte Kapitalzuflüsse, größere institutionelle Beteiligung und neue Kapitalquellen notwendig seien, um den Weg intakt zu halten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde BTC bei $80.963 gehandelt.

