Wandel in der Automobilindustrie: Zulieferer stehen vor großen Herausforderungen
Die Automobilzuliefererbranche, insbesondere in Deutschland, steht unter erheblichem Druck, da sie mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert ist. Die gedrosselte Autoproduktion und Investitionen in die Elektromobilität belasten viele Unternehmen, während sich der erhoffte wirtschaftliche Nutzen oft noch nicht einstellt.
Laut Constantin Gall von EY leiden Zulieferer besonders unter geringeren Produktionszahlen, die weit hinter den ursprünglichen Planungen zurückbleiben. Dies ist nicht nur auf die schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zurückzuführen, sondern auch auf die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, die den Fahrzeugkauf in den Hintergrund rückt. Zusätzlich übernehmen viele Hersteller wieder vermehrt Wertschöpfung, um ihre eigenen Werke besser auszulasten.
Vor dramatischen Aufgaben steht der weltgrößte Autozulieferer Bosch. Das Unternehmen kämpft mit Überkapazitäten und hohen Wettbewerbsdruck, insbesondere durch chinesische Anbieter. In mehreren Geschäftsbereichen, darunter auch Nicht-Automobil-Technologien wie Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge, werden Sparmaßnahmen nötig. Dies führt zur Reduktion von fast 15.000 Arbeitsplätzen, überwiegend im deutschen Zulieferbereich.
Continental, ein weiteres Schwergewicht der Branche, plant die Abspaltung seiner schwächelnden Autozuliefersparte, um als reines Reifenunternehmen zu agieren. Die Neugründung, benannt Aumovio, umfasst neben Bremsen und Fahrwerken auch modernste Technologien für assistiertes Fahren. Personalkürzungen resultieren in über 10.000 Arbeitsplatzverlusten, bedingt durch Sparkurse trotz stabilen Gewinnen.
ZF Friedrichshafen steht ebenfalls unter Druck. Der Schwerpunkt der Neuausrichtung liegt bei der Antriebssparte, die unter verschlepptem Elektromobilitätswachstum leidet. Hier sind Verhandlungen geplant, um die Zukunft der international präsenten Division zu sichern.
Schaeffler kann bisher vergleichsweise gut navigieren und setzt verstärkt auf Elektroantriebe, obwohl der langfristige Erfolg durch einen Rückgang bei traditionellen Antrieben gedämpft wird. Das Unternehmen hat rigorose Stellenreduktionen angekündigt, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren.
Mahle, ein weiterer traditioneller Akteur, befindet sich im Wandel. Der Fokus liegt auf Thermomanagementlösungen, die speziell für Elektrofahrzeuge von Bedeutung sind. Dennoch sind auch hier signifikante Stellenstreichungen notwendig, um die Herausforderungen zu bewältigen.

