Waffenruhe in der Ukraine: Johann Wadephul warnt vor trügerischer Sicherheit

Inmitten der Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine warnt Außenminister Johann Wadephul davor, sich in trügerischer Sicherheit zu wähnen. Der CDU-Politiker betonte, dass Europas Sicherheit maßgeblich durch den Schutz vor Russland bestimmt werde. Wesentlich sei eine geschlossene Allianz innerhalb der Nato sowie eine starke, verteidigungsfähige Bundeswehr. Wadephul sieht die Notwendigkeit, realistisch zu bleiben und sich darauf einzustellen, dass Kremlchef Wladimir Putin eine Waffenruhe möglicherweise nutzen könnte, um seine Angriffsbereitschaft gegenüber Nato-Gebieten zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund sei der konsequente Ausbau von Sicherheitsstrukturen innerhalb des nordatlantischen Bündnisses und die Modernisierung der Bundeswehr essenziell. Das Festhalten an starken Verteidigungsbemühungen sei unumgänglich, unterstrich Wadephul weiter.
Im Hinblick auf die militärische Präsenz Russlands in der Ukraine sieht er eine erhebliche Bedrohung für die Nato-Strukturen. Die Unterstützung der Ukraine bleibe daher von höchstem sicherheitspolitischem Interesse. Ein stabiler Frieden in der Ukraine diene dem Wohle ganz Europas. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass Russland ab Mitte der 2020er Jahre möglicherweise in der Lage sei, einen Angriff auf ein Nato-Mitglied im Osten zu führen – eine Einschätzung, die von mehreren Experten geteilt wird.
Wadephul hob zudem die Bedeutung ernsthafter Sicherheitsgarantien für die Ukraine hervor, insbesondere durch die USA. Die Ukraine könnte nur dann zu Zugeständnissen bereit sein, wenn diese von belastbaren westlichen Sicherheitszusagen, vor allem der USA, begleitet würden. Gleichzeitig würden auch europäische Partner ihren Beitrag leisten müssen.
Skeptisch äußerte sich Wadephul zu Armin Laschets Vorschlag eines EU-Sondergesandten für Russland. Offenheit für vielfältige diplomatische Initiativen sei wichtig, jedoch müsse über die konkreten Akteure zu gegebener Zeit entschieden werden. Besonders die sogenannte Koalition der Willigen habe in der Vergangenheit gezeigt, wie vielseitig engagierte Nationen wie Kanada und Japan, neben den europäischen Staaten, effektiv zusammenarbeiten können.

