Wärmepumpen dominieren Neubauten: Ein Paradigmenwechsel im Heizsektor
Die Wärmepumpe hat sich als führende Technologie bei der Beheizung neuer Wohngebäude in Deutschland profiliert und dabei signifikante Zuwächse verzeichnet. Wie aus jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamts hervorgeht, wird nun in über zwei Dritteln der 2022 fertiggestellten Neubauten auf diese umweltfreundliche Heizvariante gesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von fünf Prozentpunkten.
Insbesondere im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser erfreut sich die Wärmepumpe mit einer Quote von 74,1 Prozent großer Beliebtheit. Bei Mehrfamilienhäusern hingegen ist die Akzeptanz mit 45,9 Prozent geringer, dennoch beachtenswert hoch. Unter Einbeziehung weiterer alternativer Energiequellen, wie Biogas und Holzpellets, liegt der Anteil der Neubauten, die auf erneuerbare Energien setzen, bei knapp 74 Prozent.
Trotz eines Rückgangs in Produktion und Export von Wärmepumpen im letzten Jahr bleibt der Trend zu dieser Technologie ungebrochen. Aktuell planen nahezu alle neu genehmigten Wohnbauprojekte die Integration von Wärmepumpen, was einem Anteil von 81 Prozent entspricht. Zählt man andere erneuerbare Energien hinzu, sind es sogar knapp 85 Prozent der Neubauten.
Konventionelle Heizmethoden wie Gas verlieren hingegen an Bedeutung. Lediglich 15 Prozent der Neubauten des vergangenen Jahres setzten auf Gas, während Fernwärme in 8,5 Prozent der Fälle implementiert wurde. Ölheizungen wurden in 230 Projekten realisiert und machen nur noch 0,3 Prozent der Neubauten aus.
Anders gestaltet sich die Lage im Bestand. Der Zensus vom 15. Mai 2022 zeigt, dass Gas mit knapp 54 Prozent noch immer die dominierende Heizquelle darstellt, gefolgt von Öl mit etwa einem Viertel der Gebäude. Lediglich ein Zehntel der Bestandsgebäude setzt auf erneuerbare Energien.

