Wadephul mahnt bei US-Russland-Gesprächen in Florida europäische Interessen an

In der Debatte um den Ukraine-Konflikt appelliert Außenminister Johann Wadephul aus den Reihen der CDU an die USA, bei den bevorstehenden Gesprächen mit Russland die europäischen Interessen nicht aus den Augen zu verlieren. Diese Gespräche, die auf amerikanischem Boden in Florida stattfinden sollen, könnten seiner Meinung nach nur dann nachhaltige Lösungen hervorbringen, wenn Europa und insbesondere die Ukraine in den Verhandlungsprozess angemessen eingebunden werden. Wadephul zeigt sich skeptisch, ob bereits bei diesem Treffen mit einem Durchbruch hin zu einem Waffenstillstand zu rechnen ist, den auch Kanzler Friedrich Merz vehement einfordert. Er warnt davor, persönliche Hoffnungen über die Realität zu stellen und hebt die Bedeutung einer nüchternen Analyse der Reaktionen Moskaus hervor. In diesem Zusammenhang sieht er die Entschlossenheit Europas, kürzlich in Brüssel demonstriert, als wesentlichen Faktor in den Verhandlungen.
Die aufkommenden Gespräche werden laut Wadephul auf solider Basis geführt, da man in Berlin zuvor bedeutende europäische Standpunkte gemeinsam mit der Ukraine eingebracht habe. Wichtig sei, dass auch auf transatlantischer Ebene ein gemeinsames Verständnis besteht, Europa in den Prozess einzubeziehen. Er betont, dass die nationalen Sicherheitsberater aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien in den USA sicherstellen werden, dass diese Beteiligung auch zukünftig gewahrt bleibt. Zudem hebt Wadephul die jüngste Brüsseler Einigung über einen zinslosen EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine hervor. Er sieht dies als klares Signal an Russland, dass Europa fest an der Seite der Ukraine steht und dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Diese Entscheidung sei ein starkes Zeichen dafür, dass Russland die Notwendigkeit erkennen sollte, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zu kehren.

