Wadephul fordert Putin zu Verhandlungen auf: EU plant 19. Sanktionspaket
In einem eindringlichen Appell hat Außenminister Johann Wadephul den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu raschen bilateralen Gesprächen mit dem ukrainischen Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj aufgefordert. Solle Putin glauben, auf Zeit spielen zu können, liege er falsch, so der CDU-Politiker bei einer Zusammenkunft mit dem kroatischen Amtskollegen Gordan Grlic Radman in Zagreb. Die EU sei bereits mit der Vorbereitung des 19. Sanktionspakets gegen Russland beschäftigt, um den Druck aufrecht zu erhalten.
Wadephul stellte klar, dass Putin nun die Gelegenheit habe, seine Bereitschaft für einen gerechten Frieden unter Beweis zu stellen. Zweifel an dieser Bereitschaft seien jedoch erheblich. Die Ukraine habe bereits ein starkes Signal gesendet, indem sie sich zu bedingungslosen Verhandlungen bereit erklärt habe. Erneut betonte Wadephul, dass Verhandlungen nur im Einverständnis mit den Ukrainerinnen und Ukrainern geführt würden. Europa stehe der Ukraine weiterhin unterstützend zur Seite, politisch, wirtschaftlich und militärisch.
Auch Kroatiens Außenminister Radman unterstrich die Notwendigkeit eines gerechten und dauerhaften Friedens ohne gewaltsame Grenzverschiebungen. Er warnte vor den negativen Folgen eines solchen Szenarios für die Sicherheit Südosteuropas, insbesondere des Westbalkans. Nur ein gerechter Frieden könne Stabilität gewährleisten. Das kroatische Bestreben nach Frieden sei stark mit der eigenen Geschichte verwoben, erinnert der Krieg von 1991 bis 1995 mit Serbien und der darauf folgenden Befreiung durch die kroatische Armee.

