Wacker Chemie: Vorsichtiger Ausblick und Kosteneffizienz im Fokus
Die Chemieindustrie befindet sich in stürmischen Zeiten, und Wacker Chemie bildet dabei keine Ausnahme. Vorstandschef Christian Hartel unterstreicht die Herausforderungen, denen der Konzern in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gegenübersteht. Besonders in Europa lastet erheblicher Druck auf der Branche, vor allem durch eine angespannte Nachfrage und starken Wettbewerb aus China. Trotz der positiven Signale im dritten Quartal, in dem die Ergebnisse sich teils besser entwickelten als prognostiziert, bleibt der Ausblick für 2025 verhalten. Der Aktienkurs reagierte mit einem leichten Rückgang, während das Unternehmen die Kostenbremse zieht.
Die Trägheit in der Bauwirtschaft hinterlässt deutliche Spuren bei Wacker Chemie. Die Bereiche Polymer und Silikone, die essenzielle Materialien für diverse Bau- und Verbraucherindustrien bereitstellen, sind besonders betroffen. Darüber hinaus sorgt im Polysiliziumgeschäft die Preisentwicklung, bedingt durch Überkapazitäten in China, für zusätzliche Herausforderungen. Die Erwartungen für den Umsatz im Jahr 2025 haben sich weiter eingeengt und sollen sich am unteren Ende der Bandbreite von 5,5 bis 5,9 Milliarden Euro bewegen. Auch das Ebitda könnte am unteren Ende der Bandbreite von 500 bis 700 Millionen Euro landen.
Im dritten Quartal erlebte das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 6 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro, während das Ebitda im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent auf 111,7 Millionen Euro sank. Ein Verlust von über 82 Millionen Euro steht in den Büchern, verglichen mit einem Gewinn von 34 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Zahlen spiegeln die schwierigen Marktbedingungen wider, in denen Wacker Chemie agiert. Analysten zeigen sich geteilt: Während einige wie Chetan Udeshi von JPMorgan ein schwächeres viertes Quartal erwarten, betont Sebastian Satz von der Citigroup die Vorzüge der geplanten Kostensenkungen als strategischen Schritt zur Stabilisierung.
Im Oktober startete Wacker Chemie ein Effizienzprojekt, um signifikant Kosten sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung zu reduzieren. Konkrete Maßnahmen sind in Planung, sollen jedoch bis zum ersten Quartal 2026 umgesetzt werden. Personalanpassungen sowie möglicherweise auch Schließungen von Anlagen werden nicht ausgeschlossen. Die Aktien des Unternehmens sanken leicht um 0,4 Prozent auf 68,45 Euro, wobei sich die Werte weiterhin auf einem Niveau zwischen 60 und 70 Euro stabilisieren. Ein deutlicher Unterschied zu den Hochs von Mitte 2022, als die Aktien bei rund 187 Euro lagen.

