Wachstumsschub für das Schienennetz: Deutsche Bahn plant Rekordinvestitionen

Die Deutsche Bahn hat ambitionierte Pläne, um das marode Schienennetz zu modernisieren und erhebt hierfür die höchste Investitionssumme in ihrer Geschichte. Im kommenden Jahr sollen über 23 Milliarden Euro fließen, wobei ein beträchtlicher Teil dem bestehenden Streckennetz zugutekommt, erläuterte Philipp Nagl, Chef von DB InfraGo. Neben der Instandhaltung werden auch Bereiche wie Digitalisierung, Neu- und Ausbau, sowie diverse kleinere Projekte und Bahnhofsverschönerungen mitberücksichtigt.
Bereits im Jahr 2025 hatte die Bahn etwa 19 Milliarden Euro investiert, um die alternde Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Dazu zählten die Erneuerung von Weichen, Oberleitungen und Gleiskilometern sowie die Inbetriebnahme von 60 neuen Stellwerken. Dennoch blieb das Stellwerk am Kölner Hauptbahnhof wegen Softwareproblemen ein Problemfall. Zu den prominenten Projekten gehörte die Generalüberholung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin sowie die Wiederherstellung der Ahrtalbahn nach der Flutkatastrophe von 2021.
Trotz dieser Bemühungen bleibt der Netzzustand kritisch – die Pünktlichkeit leidet und Baustellen sind allgegenwärtig. Ein beträchtlicher Meilenstein für die kommenden Jahre sind die sogenannten Generalsanierungen, bei denen man sich auf Hauptverkehrsadern konzentriert. Die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, eröffnet 2024, zeigte zwar eine Verbesserung der Störungen um 60 Prozent, jedoch bleibt das Ziel von 80 Prozent in Reichweite.
Herausforderungen bestehen auch in der schleppenden Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik mit dem ETCS-System. Bislang wurde dieses System nur in Teilen umgesetzt, da die Züge noch nicht flächendeckend ausgestattet sind. Die Bahn plant, die Zahl der Streckenkilometer mit ETCS bis 2025 zu erweitern, wobei zuletzt 157 Kilometer neu hinzukamen. Die Weiterentwicklung des Netzes wird im Zustandsbericht der InfraGo festgehalten, dessen neue Ausgabe im April 2026 erwartet wird.

