Wachstumshoffnungen untergraben deutschen Anleihemarkt
Die wachsende Zuversicht der Marktteilnehmer hinterlässt am Freitag deutliche Spuren im deutschen Anleihemarkt. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future musste einen Rückgang um 0,57 Prozent verzeichnen und fiel auf 131,03 Punkte, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen im Gegenzug auf 2,51 Prozent nach oben schnellte.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist die überaus positive Grundstimmung an den internationalen Aktienmärkten. Der Dämpfer, den die Börsen durch den von den USA initiierten globalen Zollkonflikt erleben mussten, scheint überwunden, insbesondere da China seiner Bereitschaft zu einem offenen Dialog Ausdruck verleiht und dies durch aktuelle Erklärungen von Regierungsvertretern unterstrichen wird.
Zusätzlich überraschte der jüngste US-Arbeitsmarktbericht mit besseren Ergebnissen als prognostiziert. Trotz erratischer Zollentscheidungen der US-Regierung blieben negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im April aus, und es wurden sogar mehr Stellen geschaffen als erwartet. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, betont, dass die verhängten Zölle gar einen stimulierenden Effekt auf den US-Arbeitsmarkt gehabt haben könnten, da vor allem im Transport- und Lagersektor neue Arbeitsplätze entstanden seien.
Indes zeigt sich die Inflation in der Eurozone hartnäckiger als prognostiziert, verharrend bei 2,2 Prozent im April, gestützt durch steigende Preise im Dienstleistungssektor. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 2,1 Prozent erwartet. Die Europäische Zentralbank strebt zwar mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an, jedoch könnten die Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik vorsichtigere geldpolitische Schritte nach sich ziehen, als bislang angenommen.

