Vom internationalen Klassenzimmer in den Landtag: Globale Perspektiven für lokale Politik
Wie gelingt der Sprung aus der simulierten Umgebung von Klassenzimmer-Debatten und den Model United Nations (MUN) in den realen Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags?
Düsseldorf, 26.05.2026 (lifePR) - Ira Schäfer, Schülerin der 11. Klasse an der International School of Düsseldorf (ISD) in Kaiserswerth, hat diesen Weg erfolgreich absolviert. Sie übernahm die Rolle der parlamentarischen Geschäftsführerin im Düsseldorfer Jugendlandtag.
Dieser Erfolg unterstreicht nicht nur die Relevanz von Schülerinitiative, sondern demonstriert auch, wie eine internationale Schulausbildung die lokale Politik um wertvolle Perspektiven bereichern kann.
Fundierte Vorbereitung auf den öffentlichen Dienst
Für Ira Schäfer stellte der Wechsel von den Model United Nations in ein reales politisches Forum eine logische Weiterentwicklung dar. Die jahrelange Teilnahme am MUN-Wahlkurs der ISD sowie Exkursionen zu UN-Konferenzsimulationen in ganz Europa dienten als wertvolle Vorbereitung. Das Programm bot das ideale Fundament, um das nötige Selbstvertrauen, rhetorische Fähigkeiten und die Belastbarkeit für formelle Debatten aufzubauen.
„Die MUN-Konferenzen haben mich mit strukturierten Debatten, freiem Reden und dem Reagieren auf Gegenargumente unter Druck vertraut gemacht“, erklärt Schäfer. „Diese Vorerfahrungen haben den Übergang in ein echtes parlamentarisches Umfeld erheblich erleichtert“.
Akademisches Fundament trifft auf parlamentarische Praxis
Das Interesse am Jugendlandtag wurde zunächst durch ein Schülerpraktikum in der 10. Klasse bei der FDP im Landtag geweckt. Verstärkt wurde dieser Impuls mit Beginn des zweijährigen Kurses „Global Politics“ im Rahmen des International Baccalaureate (IB) in der 11. Klasse.
Die Verbindung der anspruchsvollen akademischen Anforderungen des IB-Diploma-Programms mit hochrangigen externen Verpflichtungen erfordert ein hohes Maß an Disziplin. Für Ira Schäfer liegt der Schlüssel in einer echten Leidenschaft für ihre akademische Ausbildung und die Politik, kombiniert mit ausgeprägtem Organisations- und Zeitmanagement. Die im Politikunterricht vermittelten theoretischen Inhalte konnten dabei direkt im Rahmen des Jugendlandtags praktisch angewendet werden und zugleich bereicherte die dort gesammelte Erfahrung den Unterricht.
Globales Bürgertum im lokalen Kontext
In Deutschland geboren und aufgewachsen, fühlte sich Schäfer dem deutschen politischen System schon früh verbunden; ihr Elternhaus förderte zudem das Bewusstsein für das globale Zeitgeschehen. Ihre internationale Schulausbildung ermöglichte ihr darüber hinaus einen spezifischen Blickwinkel auf lokale Fragestellungen.
„Das IB-Curriculum legt großen Wert auf ein globales gesellschaftliches Verständnis“, so Schäfer. „Als Schüler*innen werden wir dazu ermutigt, regionale Herausforderungen aus einer vergleichenden internationalen Perspektive zu betrachten. Diese Herangehensweise half mir auch im Landtag dabei, bestehende Annahmen kritisch zu hinterfragen, internationale Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme einzubeziehen und mich für multikulturelle Perspektiven einzusetzen“.
Handlungsempfehlungen für politisch interessierte Jugendliche
Schüler*innen mit einer Passion für Politik empfiehlt Schäfer einen einfachen ersten Schritt: den Dialog zu suchen, sei es mit Lehrkräften, Eltern oder Gleichaltrigen.
„Auch ohne den Zugang zu MUN-Konferenzen oder speziellen Politikkursen an der Schule hilft das laute Aussprechen von Gedanken dabei, ein vages Interesse in ein konkretes Ziel zu transformieren“, betont Schäfer. „Es gilt zu klären, in welche Themen man Zeit und Energie investieren möchte. Sobald diese Entscheidung getroffen ist, helfen eine strukturierte Planung und volles Engagement dabei, das Beste aus der Erfahrung zu machen“.
Der Weg von Ira Schäfer, über Klassenzimmer-Debatten und Konferenzsimulationen bis in das Zentrum der regionalen Demokratie, belegt: Wenn junge Menschen ermutigt werden, Verantwortung für ihre Bildung zu übernehmen, bereiten sie sich nicht nur auf die Zukunft vor, sondern gestalten die Gegenwart aktiv mit.


