Volvo Cars kämpft mit roten Zahlen und Umstrukturierungen
Die traditionsreiche schwedische Automarke Volvo Cars, seit Längerem unter chinesischem Einfluss, sieht sich im zweiten Quartal mit erheblichen finanziellen Einbußen konfrontiert. Ein Nettoverlust von 8,1 Milliarden schwedischen Kronen, umgerechnet rund 716 Millionen Euro, wurde verzeichnet, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 5,7 Milliarden Kronen erzielt worden war.
Diese Entwicklung folgt auf Abschreibungen in Höhe von 11,4 Milliarden Kronen, die unter anderem durch die verzögerte Einführung neuer Modelle und die US-amerikanische Zollpolitik bedingt sind. Die Auslieferungen an Endkunden erlitten einen Rückgang von zwölf Prozent, während der Umsatz um acht Prozent auf 93,5 Milliarden Kronen sank.
Das operative Ergebnis, bereinigt um Sondereffekte, reduzierte sich um fast zwei Drittel auf 2,9 Milliarden Kronen. Trotz dieser Rückschläge verweist CEO Håkan Samuelsson auf leichte Verbesserungen im Vergleich zum Vorquartal, sowohl im operativen Geschäft als auch im Finanzmittelzufluss.
Zur Kostenoptimierung hat Volvo ein umfassendes Sparprogramm initiiert. Weltweit sollen 3.000 Stellen im Verwaltungsbereich abgebaut werden, insbesondere in Schweden. Diese Maßnahmen sollen Gesamteinsparungen von 18 Milliarden Kronen generieren, wobei im abgelaufenen Quartal bereits 1,4 Milliarden Kronen aufgewendet wurden.
Mit der strategischen Neuausrichtung kämpft Volvo weiterhin gegen Herausforderungen wie den teuren Batterieeinkauf und einen stockenden Elektromodellabsatz. Nach der Ablösung von Ex-CEO Jim Rowan übernahm Samuelsson erneut die Führung, um den angeschlagenen Konzern zu stabilisieren.
Volvo Cars ist Teil des asiatischen Autobauers Geely, der auch über Beteiligungen an Polestar und der Volvo Group verfügt.

