Vogelgrippe und steigender Eierverbrauch: Eine Herausforderung für den Markt
Die Osterzeit naht, und bunte Eier sind nicht nur bei Kindern ein Muss. Jedes Jahr greifen Konsumenten zu Hunderten Millionen von Eiern, ob gekauft oder selbst gefärbt. Die Vogelgrippe führte allerdings dazu, dass das Angebot an Eiern zeitweise knapp wurde.
Entwarnung kommt nun vom Bundesverband Ei. Präsident Hans-Peter Goldnick beruhigt: „Es sind genügend Eier am Markt, und dieser entspannt sich zunehmend.“ Trotz dieser Entspannung könnten Engpässe bei bestimmten Sortierungen, je nach Haltungsform und Größe, bestehen bleiben. Unterdessen zeigen sich die Eierpreise auf dem Großmarkt nahezu stabil oder sogar leicht rückläufig. Verbraucher müssen keine kurzfristigen Preissteigerungen befürchten, da die Verträge zwischen Eier-Produzenten und Einzelhändlern langfristig sind und Preisanpassungen meist erst im Herbst erfolgen.
Dennoch sind die Verbraucher in Deutschland mit höheren Kosten konfrontiert: Eierpreise stiegen im März um 41,5 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020. Ein Grund für die vorherige Knappheit war die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei Hühnereiern. Der Verband, der die deutsche Eierwirtschaft repräsentiert, hebt hervor, dass zeitweise weniger Eier als benötigt zur Verfügung standen, was die Preise im Großhandel steigen ließ.
Nicht nur die Vogelgrippe, die mit Keulungen von Legehennen einhergeht, sondern auch der internationale Druck, wie Anfragen aus den USA, erhöhten die Herausforderung. Hinzu kam die übliche Herdenaustauschzeit nach Weihnachten, die von unvorhersehbaren Ereignissen wie der Geflügelpest überschattet wurde.
Zudem stieg der Eierverbrauch 2024 um mehr als vier Prozent auf 20,8 Milliarden Eier. Pro Kopf sind das durchschnittlich 249 Eier im Jahr, zehn mehr als zuvor. Diese Zahlen berücksichtigen auch verarbeitete Eier in Eiprodukten. Ein Faktor, der die Abhängigkeit von Importen erhöht: Deutschland konnte 2023 nur 72 Prozent seiner Eiernachfrage durch eigene Produktion decken.

