Vogelgrippe in Deutschland: Agrarsektor schwer betroffen
Die Ausbreitung der Geflügelpest in Deutschland zwingt immer mehr Agrarbetriebe zu drastischen Maßnahmen, während einzelne Bundesländer schnell auf die Bedrohung reagieren. Im Saarland und in Hamburg wurde eine strikte Stallpflicht für Geflügel angeordnet, um den Kontakt der Tiere mit infizierten Wildvögeln zu verhindern. Auch in Brandenburg sind größtenteils ähnliche Vorsichtsmaßnahmen in Kraft.
Die Gefahr, die von der hochansteckenden Vogelgrippe ausgeht, zeigt sich besonders in den landwirtschaftlich geprägten Regionen Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs, wo die Behörden über 500.000 Tiere vorsorglich keulen mussten. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut sind seit September 35 Ausbrüche von Vogelgrippe in kommerziellen Betrieben registriert worden.
In Brandenburg sind rund 155.000 Tiere betroffen, ähnlich wie in der Seuchensaison 2016/2017. Das Virus, das auch als H5N1 bekannt ist, hat insbesondere unter Kranichen bereits ein Massensterben verursacht, sodass allein im Nordwesten Brandenburgs rund 2.000 Tierkadaver eingesammelt wurden. Eine einheitliche nationale Regelung zur Aufstallungspflicht bleibt jedoch aus, was die Geflügelbranche zunehmend in Sorge versetzt.
Herausforderung für Landwirte: Finanzielle Einbußen und Infektionsrisiko
Landwirt Gerhard Lorson aus dem Saarland zeigt sich entschlossen und hat seinen Hühnerstall geschlossen, um Infektionen zu vermeiden. In Brandenburg stehen einige Landwirte, wie Malte Voigts, der jedoch weiterhin auf Freilandhaltung setzt, den Maßnahmen kritischer gegenüber. Die wirtschaftlichen Belastungen sind immens: Einige Betriebe berichten von erheblichen Ertragsverlusten, die durch Entschädigungen kaum aufzufangen sind. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mahnt, dass Landwirte nicht in existenzielle Nöte geraten dürfen.
Kritik kommt auch von Umweltschutzorganisationen, die die Massentierhaltung als eigentliche Ursache der Seuche ansehen. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft weist diese Anschuldigungen zurück und betont die Rolle von Wasservögeln als natürliches Reservoir des Virus.

