Visuelle Protestaktion: Mitarbeiter von Thyssenkrupp setzen Zeichen gegen Stellenabbau
Mitarbeiter der Thyssenkrupp-Stahlsparte haben am Donnerstagabend vor der Hauptverwaltung in Duisburg eindrucksvoll gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. Mit Holzkreuzen, Grablichtern und Fackeln wollten die rund 200 Teilnehmer der "visuellen Guerilla-Aktion" ein starkes Zeichen setzen. Vier schwarz gekleidete Männer trugen symbolisch einen Sarg mit einer Puppe darin, während bengalische Fackeln und Rauchtöpfe die Szenerie untermalten.
Jens Burnicki vom Gesamtbetriebsrat erklärte, dass die Aktion am Vorabend einer wichtigen Aufsichtsratssitzung stattfand, um auf die Zukunft der Stahlsparte aufmerksam zu machen. Bei der Sitzung soll eine grundlegende Neuaufstellung des Unternehmens besprochen werden. Geplant ist eine Reduktion der Produktionskapazitäten, die auch einen Stellenabbau einschließt. Betriebsbedingte Kündigungen sollen jedoch vermieden werden.
Ali Güzel, Betriebsratsvorsitzender am Standort Duisburg/Beeckerwerth, äußerte große Sorgen über die finanzielle Ausstattung der Stahlsparte. Er befürchtet, dass der Mutterkonzern zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stellt und damit eine Insolvenz riskiert. Diese Sorge sei so gravierend, dass ein weiterer Gutachtenauftrag zur Finanzausstattung auf der Tagesordnung der Aufseher für Freitag stehe.
Die Unstimmigkeiten zwischen dem Stahlmanagement, dem Thyssenkrupp-Vorstand und der Arbeitnehmervertretung sind bisher groß. Einem Businessplan werde die Arbeitnehmerseite erst zustimmen, wenn die künftige Finanzierung geklärt sei, erklärte Güzel. In der Thyssenkrupp-Stahlsparte arbeiten rund 27.000 Menschen, davon allein 13.000 in Duisburg, was die Tragweite der Entscheidungen unterstreicht.

