Verzögerte Einigung im Ringen um globales Plastik-Abkommen
Die intensiven Verhandlungen in Genf über ein weltweit bindendes Abkommen zur Eindämmung von Plastikmüll gestalten sich komplizierter als erwartet. Nach mehr als einer Woche des Diskutierens und Abwägens steht der finale Vertragstext noch aus, obwohl ursprünglich avisiert wurde, diesen bis Donnerstag fertigzustellen. Das geplante UN-Abkommen zielt darauf ab, sämtliche Aspekte der Plastiknutzung – von der Produktion über das Design bis hin zum Entsorgungsmanagement – zu regulieren. Indes jedoch klaffen die Meinungen der etwa 180 teilnehmenden Nationen weiterhin erheblich auseinander.
Ein besonders umstrittener Punkt bleibt die Produktionsbegrenzung von Plastik. Länder, deren Wirtschaft stark von der Ölförderung abhängt, drängen darauf, sich allein auf die Entsorgung des Plastikmülls zu konzentrieren, ohne die Produktion selbst zu restriktionieren. Für viele Staaten, insbesondere in Europa, ist jedoch eine schrittweise Reduzierung der Plastikproduktion unverzichtbar, um die angestrebten umweltpolitischen Ziele zu erreichen.
Die allgegenwärtige Verschmutzung der Ozeane und natürliche Lebensräume durch Plastik, das tödliche Auswirkungen auf Tiere hat und gesundheitliche Risiken für Menschen birgt, gibt zunehmend Anlass zur Sorge. Forschungen weisen darauf hin, dass sich Nano- und Mikroplastikpartikel in Organen und sogar im Gehirn anreichern, das Immunsystem schwächen und Entzündungen fördern können.
Inmitten dieser komplexen Debatte schließen die Verhandler eine Fortsetzung der Diskussionen bis in die frühen Morgenstunden des Freitags nicht aus, um doch noch einen Konsens zu erreichen.

