Versorgungssicherheit im Fokus: Tennet und die Herausforderungen der Energiewende
Der Netzbetreiber Tennet warnt vor wachsenden Herausforderungen für die Stabilität des deutschen Stromnetzes. Vorstandschef Tim Meyerjürgens betont die Bedeutung der Versorgungssicherheit für den Wirtschaftsstandort Deutschland und unterstreicht, dass proaktive Maßnahmen erforderlich sind, um die Netzstabilität über das Jahr 2030 hinaus zu gewährleisten.
Mit Spannung wird ein Bericht von Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche erwartet, der sich stärker auf Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit konzentrieren soll. Tennet erkennt die dringende Notwendigkeit, neue Gaskraftwerke zu bauen, um den gleichzeitigen Ausstieg aus der Kohle bis 2038 zu kompensieren. Diese Kraftwerke sollen insbesondere bei 'Dunkelflauten' zur Verfügung stehen, wenn erneuerbare Energien den Bedarf nicht decken können.
Entsprechende Ausschreibungen für die staatliche Förderung dieser Projekte sollen noch in diesem Jahr starten. Die wachsende Anzahl an Eingriffen ins Stromnetz, die allein in Tennets Gebiet rund 2.500 pro Jahr beträgt, zeigt, wie herausfordernd die Aufrechterhaltung der Systemsicherheit geworden ist.
Diese Eingriffe, notwendig zur Vermeidung von Engpässen, belasten letztlich die Verbraucher finanziell über die Netzentgelte. Daher ist es unerlänglich, neue Instrumente zur Sicherung des Stromnetzes zu entwickeln.
Besonders bei Solaranlagen seien Eingriffe aufgrund technischer Begrenzungen beschränkt, da ein erheblicher Anteil der installierten Photovoltaik-Leistung nicht regelbar ist. Um die Systemsicherheit zu gewährleisten, hat die Bundesregierung Anfang des Jahres die Steuerungsanforderungen für Neuanlagen verschärft. Anreize, wie sie in den Niederlanden existieren, könnten dazu führen, dass Netzakteure bereit sind, die Leistung ihrer Anlagen zum Wohle der Netzstabilität flexibel einzusetzen.

