Versorgungskrise im Gazastreifen: Treibstoffmangel legt Gemeinden lahm
Im Gazastreifen kündigen mehrere Gemeinden im mittleren und südlichen Teilregionen die Einstellung kommunaler Dienstleistungen an. Aufgrund fehlender Treibstofflieferungen sehen sich Städte wie Chan Junis und Rafah gezwungen, den Betrieb essenzieller Infrastrukturen wie Brunnen, Kläranlagen und Müllfahrzeuge weitgehend zu stoppen. Auch der Einsatz von Geräten zur Trümmerbeseitigung steht still. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Einfuhrbeschränkungen für Benzin und Diesel, die Israel verhängt hat.
Derzeitige internationale Bemühungen, Treibstoff über humanitäre Kanäle zu beziehen, blieben bislang ohne den erhofften Erfolg. Die Gemeinden betonen in ihrer Erklärung die drohende Verschlechterung der Umweltbedingungen und der öffentlichen Gesundheit in den dicht besiedelten Bezirken des Küstengebiets. Die Situation verschärft sich weiter, da gänzlich auf Treibstoff basierende Dienste zum Erliegen kommen könnten.
Gleichzeitig warnen sieben UN-Organisationen eindringlich vor den dramatischen Auswirkungen des Treibstoffmangels, die das ohnehin fragile System der humanitären Hilfe im Gazastreifen zu kollabieren drohen lassen. Gemeinsame Stellungnahmen der Organisationen, darunter das Palästinenserhilfswerk UNRWA und die Weltgesundheitsorganisation WHO, zeichnen ein düsteres Bild. In Krankenhäusern könnten bald die Lichter ausgehen, während lebenswichtige Stationen wie Geburten- und Intensivstationen nicht mehr betrieben werden können.
Der Treibstoff ist zudem unabdingbar für den Betrieb von Bäckereien, Gemeinschaftsküchen sowie Wasseraufbereitungsanlagen. Eine Versorgungskrise von fatalem Ausmaß droht die Menschen in Gaza weiterhin zu belasten, während Israel seit Oktober 2023 in militärischer Auseinandersetzung mit der Hamas steht, die nach einem beispiellosen Angriff auf Israel begonnen haben. Israel, das die Zugänge zum Gazastreifen kontrolliert, hat die Einfuhr von Treibstoffen zuletzt massiv reduziert, erlaubt jedoch nach eigenen Angaben die minimal notwendigen Lieferungen.

