Verluste im Depot: Nicht schön, aber nützlich!
Warum Wegsehen selten hilft – und Handeln oft belohnt wird

24. Oktober 2025, 08:00 Uhr · Quelle: LifePR
Verluste im Depot können nützlich sein, wenn man sie steuerlich nutzt. Lernen Sie, wann Verkaufen oder Nachkaufen die bessere Wahl ist, um langfristig zu gewinnen.

Augsburg, 24.10.2025 (lifePR) - Ich erinnere mich noch gut an meine ersten echten Börsenerfahrungen – mit der Telekom-Aktie. Damals, Ende der 90er, war sie das Symbol einer neuen Zeit. Jeder sprach darüber, jeder wollte dabei sein. „Volksaktie“ nannte man sie. Ich auch. Ich kaufte, stolz und überzeugt, dass es nur bergauf gehen konnte. Doch es kam anders. Die Kurse fielen – erst langsam, dann schneller. Irgendwann zeigte mein Depot ein Minus von über 50 Prozent. Ich tat, was viele taten: Ich schaute weg. Ich wollte den Verlust nicht sehen. Ich redete mir ein, dass sich das schon wieder erholen würde.

Tat es nicht. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Und während ich wartete, lernte ich die vielleicht wichtigste Lektion über Geldanlage: Aussitzen ist selten die beste Lösung. Denn Nichtstun ist auch eine Entscheidung – nur eben oft die falsche.

Verluste sind ärgerlich – aber sie können nützlich sein

Damals dachte ich, Verluste seien einfach nur Pech. Heute weiß ich: Ein Verlust kann auch eine Chance sein – vor allem steuerlich. Wer eine Position mit Verlust verkauft, schafft sich Spielraum. Diese Verluste verschwinden nicht, sie werden im sogenannten Verlusttopf gespeichert. Und aus diesem Topf lassen sich später Gewinne neutralisieren.

Wenn Sie etwa einen Fonds mit 5.000 Euro Verlust verkaufen und später einen ETF mit 5.000 Euro Gewinn realisieren, zahlen Sie auf diesen Gewinn keine Abgeltungssteuer. Der frühere Verlust gleicht ihn aus. Das ist kein Trick – das ist geltendes Steuerrecht.

So wird aus einer schlechten Nachricht eine gute. Sie befreien sich von einer schwachen Position – und sparen gleichzeitig Steuern. Zwei Fliegen, eine Klappe.

Warum Halten oft nichts bringt

Viele Anlegerinnen und Anleger klammern sich an das Prinzip „buy and hold“. Das ist grundsätzlich richtig – aber kein Freifahrtschein zum Nichtstun. Wenn Sie ehrlich zu sich sind: Wie oft haben Sie schon eine Position gehalten, obwohl Sie längst wussten, dass die Geschichte vorbei ist? Ich habe das selbst oft getan. Ich hielt Aktien, die ihre besten Tage hinter sich hatten, Fonds, die nicht mehr in meine Strategie passten, ETFs, die mich thematisch nicht mehr überzeugten.

Ich hielt sie, weil ich den Verlust nicht realisieren wollte. Weil Verkaufen sich wie Aufgeben anfühlte. Doch das war ein Irrtum. Halten hat mir weder Geld noch Klarheit gebracht. Erst als ich losgelassen habe – als ich verkauft, Verluste akzeptiert und Kapital neu investiert habe –, fühlte sich das Depot wieder „sauber“ an. Und ganz nebenbei: Die realisierten Verluste minderten meine Steuer auf spätere Gewinne. Ein doppelter Gewinn – nur eben auf Umwegen.

Nachkaufen: Wenn die Überzeugung bleibt

Natürlich ist Verkaufen nicht immer die Antwort. Manchmal ist ein Verlust nur ein vorübergehender Rückschlag – und eine Gelegenheit, günstiger einzusteigen. Ich erinnere mich an den März 2020. Die Kurse brachen ein, Panik überall. Mein Welt-ETF war 25 Prozent im Minus. Ich hätte verkaufen können – tat es aber nicht. Stattdessen habe ich nachgekauft. Warum? Weil ich überzeugt war: an globale Märkte, an langfristiges Wachstum.

Drei Jahre später lag der ETF deutlich im Plus. Nicht, weil ich besonders klug war – sondern weil ich konsequent blieb. Das ist der Unterschied: Verluste realisieren, wenn Sie die Überzeugung verloren haben. Nachkaufen, wenn Sie sie noch haben. Aber bitte nicht einfach halten, nur um den Schmerz zu vermeiden.

Emotionen sind der wahre Gegner

An der Börse kämpfen wir weniger gegen Märkte als gegen uns selbst. Gier, Angst, Bequemlichkeit – sie beeinflussen jede Entscheidung. Verluste lösen denselben Teil im Gehirn aus wie körperlicher Schmerz. Kein Wunder, dass wir sie vermeiden wollen. Aber Verdrängung ist keine Strategie.

Wer aktiv handelt – überlegt, reflektiert, ruhig –, hat am Ende fast immer die besseren Ergebnisse. Weil man das Steuer selbst in der Hand behält. Weil man aus Reaktion wieder Aktion macht. Und das ist der eigentliche Unterschied zwischen Amateur und Investor: Der eine hofft, der andere handelt.

Verluste gehören dazu – aber sie müssen nicht sinnlos sein

Verluste sind unvermeidlich. Sie treffen jeden, egal wie erfahren oder diszipliniert man ist. Aber sie sind nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt. Sie können verkaufen und den Verlust steuerlich nutzen. Sie können nachkaufen und den Einstandskurs verbessern. Oder Sie können nichts tun – und weiter auf Besserung hoffen.

Doch Hand aufs Herz: Wann hat das Warten jemals wirklich geholfen?

An der Börse gewinnt langfristig nicht derjenige, der nie verliert – sondern derjenige, der aus Verlusten etwas macht. Und manchmal beginnt das mit einer simplen Entscheidung: Nicht mehr wegzuschauen, sondern zu handeln.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuerberatung dar. Bitte wenden Sie sich für individuelle steuerliche Fragen an Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater.

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[lifepr.de] · 24.10.2025 · 08:00 Uhr
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