Sony schließt Dark Outlaw Games und zieht sich aus der Mobilspielentwicklung zurück
Sony befindet sich offenbar in einer umfassenden strategischen Neuausrichtung – und die Nachrichten, die dabei ans Licht kommen, sind alles andere als erfreulich. Laut übereinstimmenden Berichten schließt der Konzern das erst vor einem Jahr gegründete Studio Dark Outlaw Games und streicht gleichzeitig rund 50 Stellen im Bereich der Mobilspielentwicklung. Für Jason Blundell, der vielen Fans durch seine Arbeit an der Call-of-Duty-Zombies-Reihe bekannt ist, ist es bereits das zweite Studio-Ende in kurzer Zeit.
Dark Outlaw Games: Gegründet, um geschlossen zu werden
Die Geschichte von Dark Outlaw Games liest sich wie ein besonders bitteres Kapitel der jüngeren Spielebranchengeschichte. Sony gründete das Studio erst, nachdem Deviation Games – das vorherige Studio von Blundell, das er mitgegründet hatte – 2024 geschlossen worden war. Die Idee dahinter war offensichtlich, Blundells Erfahrung und Kreativität unter Sonys Dach weiterzuführen. Nun, nur ein Jahr später, soll auch dieses Studio bereits wieder Geschichte sein. Bloomberg-Journalist Jason Schreier, der zu den verlässlichsten Quellen der Branche zählt, bestätigte die Meldung mit einem schlichten „Yep“ in einem entsprechenden Beitrag auf Resetera – mehr brauchte es nicht, um der Nachricht Gewicht zu verleihen.
Rückzug aus der Mobilspielentwicklung – mit Einschränkungen
Parallel zur Studio-Schließung soll Sony rund 50 Stellen im Mobilspielbereich abbauen. Laut einem Resetera-Mitglied, das sich zu den internen Vorgängen äußerte, sollen bereits angekündigte Mobilspiele wie MLB The Show Mobile und Ratchet & Clank: Ranger Rumble weiterhin unterstützt werden. Das klingt beruhigend – doch der eigentliche Kurs ist klar: Sony konzentriert sich künftig auf eine handverlesene Auswahl hochkarätiger Projekte und verabschiedet sich damit erkennbar von einer breiter angelegten Mobilstrategie.
Ein Konzern im Umbruch – und ein konservativerer Kurs
Die Häufung dieser Entscheidungen lässt ein größeres Muster erkennen. Gleichzeitig kursieren Berichte, wonach Sony seine Strategie bei Erstparteispielen für den PC grundlegend überdenkt – darunter möglicherweise auch Ghost of Yōtei, das bislang ebenfalls für eine PC-Veröffentlichung erwartet worden war. Eine formelle Bestätigung soll im Rahmen eines Investorengesprächs folgen. Dass Sony den Livesservice-Bereich nicht vollständig aufgibt, zeigt das weiterhin aktive Horizon Hunters Gathering sowie das nach wie vor in Entwicklung befindliche Fairgame$. Doch insgesamt zeichnet sich das Bild eines Unternehmens ab, das nach einer Phase ambitionierter Expansion den Hebel umlegt und auf Konsolidierung setzt.
Für Blundell, der nun zweimal in kurzer Abfolge erlebt hat, wie eines seiner Studios geschlossen wird, ist die Situation besonders hart. Ob er ein drittes Mal neu anfängt – und ob Sony dabei noch eine Rolle spielen wird –, bleibt offen. Was feststeht: Die Zeichen bei PlayStation stehen gerade eindeutig auf Sturm.


