Verkehrsreformen: Schnelle Genehmigungen für Infrastrukturprojekte
Der Schienen- und Autobahnausbau in Deutschland könnte bald einen kräftigen Schub erfahren. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf unter Federführung von Verkehrsminister Patrick Schnieder verabschiedet, der die Genehmigungsverfahren beschleunigen und digitalisieren soll.
Schnieder, ein CDU-Mitglied, kündigte an: 'Die Ära der Endlosverfahren endet hier.' Mit den neuen Regelungen verspricht er mehr Tempo, Klarheit und Zuverlässigkeit für Behörden und Unternehmen. Im Mittelpunkt der Gesetzespläne steht die Priorisierung von zentralen Bauprojekten, die dem 'überragenden öffentlichen Interesse und der öffentlichen Sicherheit' dienen. Diese Vorhaben sollen in behördlichen und gerichtlichen Verfahren schneller berücksichtigt werden, um Genehmigungen effizienter zu erteilen.
Schnieder plant, dass diese Neuregelungen bis Mitte 2026 umgesetzt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs ist die Einführung digitaler Verfahren als Standard. Alle relevanten Bauprojekte, einschließlich der Engpassbeseitigung und neuer Lkw-Parkplätze an Autobahnen, sollen vollständig digital bearbeitet werden. Dadurch könnten Prozesse deutlich gestrafft werden, indem Doppelprüfungen vermieden werden.
Zudem sollen verbindliche Fristen festgelegt werden, um Verzögerungen zu verhindern, und inflationsbedingte Kostensteigerungen abgemildert werden. Die Gesetzesreform legt erstmals einen Fokus auf die öffentliche Sicherheit, insbesondere für militärische Projekte, die im Notfall der Truppenverlegung dienen. Allerdings stoßen die Pläne auch auf Widerstand. Umweltverbände kritisieren sie als Eingriff in den Naturschutz, während die Allianz pro Schiene auf fehlende Haushaltsmittel für Schienenprojekte hinweist. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hingegen begrüßt den Entwurf als möglichen 'Befreiungsschlag' gegen bestehende Hindernisse.

