Verhandlungsvorsprung bei Volkswagen: Neues Entgeltsystem im Visier
Volkswagens Initiative zur Reduzierung der Betriebskosten schreitet mit zügigem Tempo voran, indem die Diskussionen über ein aktualisiertes Entgeltsystem früher als ursprünglich geplant aufgenommen werden. Vertreter der Tarifvertragsparteien treffen sich erstmals, um die komplexe und veraltete Struktur zu überarbeiten, deren Gesamtvolumen um sechs Prozent zurückgehen soll. Personalvorstand Arne Meiswinkel betont die Notwendigkeit einer Systemerleichterung. Daneben versichert Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, dass ein Schutzprinzip bestehende Rechte der Mitarbeiter wahrt und damit individuelle Nachteile verhindere. Sie erinnerte daran, dass die Zielvorgabe einer sechsprozentigen Reduktion der Obergrenze entspricht, die als Sicherheitsnetz nach unten fungiere.
Diese Einigung flankiert eine zuvor vereinbarte Stellenreduzierung um 35.000 bis zum Jahr 2030 sowie das Ziel, die Arbeitskosten jährlich um 1,5 Milliarden Euro zu senken. Hierbei ist bemerkenswert, dass Volkswagen kurzfristige Auswirkungen durch den Verzicht auf Boni und Gehaltserhöhungen in Kauf nimmt, gleichzeitig jedoch die Beschäftigungssicherung bis 2030 erneuert hat. Die beschleunigte Verhandlung zielt darauf ab, den komplexen Inhalten des neuen Entgeltsystems umfangreich gerecht zu werden.
Eine Vereinfachung des bisherigen Systems, das über 6.000 Arbeitssysteme und 167 Tätigkeitsbeschreibungen umfasst, steht im Mittelpunkt. Der Haustarif von Volkswagen betrifft rund 100.000 Mitarbeiter an wichtigen deutschen Standorten. Ab 2026 sollen auch die sächsischen Standorte in Chemnitz, Dresden und Zwickau in dieses Tarifwerk integriert werden. Das neue Entgeltsystem wird ab dem 1. Januar 2027 bindend sein.

