Verhandlungen in Istanbul: Ein neuer Versuch, den Frieden zu finden
Im altehrwürdigen Ciragan-Palast von Istanbul haben Vertreter Russlands und der Ukraine erneut Platz genommen, um direkte Gespräche über ein mögliches Ende des anhaltenden Konflikts zu führen. Dabei stehen die Verhandlungen unter der Vermittlung der Türkei, die als Gastgeber für diese bedeutenden diplomatischen Bemühungen fungiert.
Die jeweiligen Delegationen legten in eigenen Stellungnahmen ihre Bedingungen für die Beendigung der Feindseligkeiten dar, wobei die Unterschiede in den Forderungen deutlich zutage treten. Die Ukraine verlangt im Einklang mit einem amerikanischen Vorschlag eine bedingungslose, 30-tägige Waffenruhe, die unter internationaler Aufsicht stehen soll, um den Weg für Friedensgespräche zu ebnen.
Demgegenüber knüpft Russland die Waffenruhe an klare Konditionen: Kiew soll auf den Empfang westlicher Waffensendungen verzichten und die Mobilmachung stoppen. Moskau möchte damit sicherstellen, dass die Ukraine eine Waffenpause nicht als Möglichkeit zur Aufstockung ihrer militärischen Kräfte ausnutzt.
Diese Verhandlungsrunde stellt nach dem Treffen im Mai einen weiteren Austausch der Kriegsparteien dar. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen erreichten sie als konkretes Resultat den größten Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn, bei dem beide Seiten je 1.000 Inhaftierte freigaben.
Die ukrainische Delegation wird von Verteidigungsminister Rustem Umjerow geleitet, während auf russischer Seite erneut Präsidentenberater Wladimir Medinski die Federführung übernommen hat. Die Gespräche im Vorfeld waren von einer deutlichen Zunahme der Angriffe beider Seiten gekennzeichnet, die erhebliche Verluste und Zerstörungen mit sich brachten.
Russland startete den Krieg im Februar 2022 mit seinem Angriff auf das Nachbarland.

