Verhaltene Erwartungen trüben starke Quartalszahlen bei Salesforce
Salesforce hat beeindruckende Quartalszahlen vorgelegt, sieht sich jedoch mit einem enttäuschenden Ausblick konfrontiert, der die positive Entwicklung überschattet. Vorbörslich verzeichneten die Aktien des US-Softwareriesen einen Abschlag von sieben Prozent. Diese Entwicklung steht im Einklang mit der insgesamt schwachen Performance der letzten Monate, durch die sich der Jahresverlust der Salesforce-Aktien der kritischen 30-Prozent-Marke nähert.
Der verhaltene Ausblick auf den Umsatz im aktuellen Quartal wirft Fragen zu der strategischen Ausrichtung auf das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) auf, dem sich das Unternehmen verschrieben hat. Salesforce prognostiziert Erlöse zwischen 10,24 und 10,29 Milliarden Dollar, was unterhalb der Analystenerwartungen am oberen Ende liegt.
Diese Nachrichten überschatten die Tatsache, dass Salesforce im letzten Geschäftsquartal die Analystenschätzungen übertroffen hat. Karl Keirstead von UBS äußerte Kritik daran, dass Salesforce zum zweiten Mal in Folge seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 nicht nach oben korrigiert hat, trotz des dynamischen Wachstums im KI- und Datenbereich. Dies lasse darauf schließen, dass der Markt für CRM-Software bereits gesättigt sei, während Investitionen in KI im Kundenbeziehungsmanagement noch in einem frühen Stadium stecken.
Kirk Materne von Evercore ISI relativiert die negative Kursreaktion und sieht sie als überzogen an. Zwar hatte er keinen Startschuss für einen Bullenmarkt erwartet, doch bewertet er die Aussichten für die Abonnement-Umsätze als positiv. Eine Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte könnte die Marktstimmung in eine günstigere Richtung lenken.
Eine positive Note in der Technologiebranche setzte der Nasdaq-Index mit leichten Gewinnen. Der deutsche Branchenkollege SAP verzeichnete in Frankfurt zuletzt einen Anstieg von 1,4 Prozent und hob sich damit von der Entwicklung bei Salesforce ab.

