Verhaltene Bewegungen an Europas Börsen – Anleger blicken auf Handelszölle
Die bedeutendsten europäischen Aktienmärkte haben ihre Woche ohne große Ausschläge begonnen. Der Leitindex EuroStoxx 50 verzeichnete am Montagmittag einen leichten Zugewinn von 0,5 Prozent und erreichte 5.313 Punkte. Währenddessen hielten sich die Handelsplätze außerhalb des Euroraums in ruhigen Fahrwassern. Der Schweizerische SMI stagnierte bei 11.972 Zählern und der britische FTSE 100 verharrte stabil bei 8.822 Punkten.
Der derzeit im Fokus stehende Handelskonflikt zwischen den USA und diversen Ländern, darunter auch der Europäischen Union, sorgt für Anspannung unter den Investoren. Die Vereinigten Staaten planen, kurz vor Ablauf der Verhandlungsfrist, eine Reihe von Nationen über neue Zölle oder potenzielle Handelsabkommen zu informieren. Präsident Donald Trump kündigte an, dass 12 bis 15 Länder bis Mittwoch entsprechende Mitteilungen erwarten können. Bei Nichteinigung sollen die neuen Zölle ab dem 1. August in Kraft treten, fügte Handelsminister Howard Lutnick hinzu.
Derweil stehen Versicherer, Banken sowie Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche europaweit hoch im Kurs. Weniger gefragt waren hingegen Versorger sowie Unternehmen der Öl- und Gasbranche. Der Aktienmarkt hatte zudem mit Entwicklungen im Bereich Medizintechnik zu kämpfen. Chinesische Sanktionen gegen Medizinprodukte aus der Europäischen Union, als Reaktion auf EU-Maßnahmen, belasteten entsprechende Papiere. Dies führte zu einem Rückgang von 1,6 Prozent bei den Aktien des schwedischen Unternehmens Elekta, während Philips nach anfänglichen Verlusten leicht um 0,4 Prozent zulegte.
Der Automobilgigant Stellantis erlebte hingegen einen deutlichen Rückschlag mit einem Minus von 2,2 Prozent, was den Schluss des EuroStoxx-50-Index markierte. Analysten der Bank of America hatten den Wert von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft und warnten vor einem „sehr schwachen“ Halbjahresausblick, den sie Ende Juli erwarten. Trotz eines deutlich gesunkenen Aktienkurses in diesem Jahr sei es laut Analyst Horst Schneider verfrüht, von einer Erholung auszugehen.

