Verbraucher und Wirtschaft: Gemischte Signale aus Europa und den USA
Die wirtschaftliche Großwetterlage lässt im April sowohl in den USA als auch in Europa die Stirn der Experten in Falten liegen. In den Vereinigten Staaten zeigt das Verbrauchervertrauen ein unerfreuliches Bild und fällt den fünften Monat in Folge. Von den Erwartungen der Volkswirte enttäuscht, liegt der Indikator nun bei 86,0 Punkten, was einen merklichen Rückgang um 7,9 Punkte bedeutet.
In Europa hingegen fokussieren sich die Blicke auf die gestiegenen Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone, die mit 2,9 Prozent über denen des Vormonats liegen. Mit dieser Erwartung markiert man den höchsten Stand seit April des Vorjahres, während der Wirtschaftssentiment-Indikator unerhofft auf 93,6 Punkte sinkt, was unter dem erwarteten Wert liegt und das Zweifeln an einer raschen wirtschaftlichen Erholung untermauert.
Weitere Signale kommen aus dem Euroraum, wo sich die Entwicklung der Geldmenge M3 schwächt, die sich nun mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent im Jahresvergleich präsentiert. Anders verhält es sich mit der enger gefassten Geldmenge M1, die als Konjunkturindikator gilt und sich stärker entwickelte als im Februar. Spaniens Wirtschaft konnte zu Beginn des Jahres nicht ganz mit den Erwartungen der Analysten mithalten und das Bruttoinlandsprodukt legte „nur“ um 0,6 Prozent zu.
Im positiven Kontrast dazu steht Deutschland: Die Kauflaune der deutschen Verbraucherhellt sich erfreulich auf und zeichnet ein freundlicheres Bild für den Konsumklima-Index. Hier sorgen vor allem gestiegene Einkommenserwartungen und Anschaffungsneigungen für positive Vorzeichen. Die Bundesregierung setzt derweil für künftige Vorhaben auf die Wiedereinführung von siebenjährigen Bundesanleihen zur Finanzierung bedeutender Investitionen.

