Venezuela und das Recht: Eine Frage der Rechtsstaatlichkeit
Die jüngsten Ereignisse um die mutmaßliche Sprengung von Booten vor der venezolanischen Küste werfen erhebliche Fragen zur Einhaltung von Rechtsprinzipien auf. Während die betroffenen Boote mit Drogenschmuggel in Verbindung gebracht werden, stellt sich die Frage, welche Rechte den betroffenen Venezolanern zustehen. In einem funktionierenden Rechtsstaat wird zunächst ermittelt, dann verhaftet und schließlich angeklagt, bevor ein Urteil gesprochen wird. Dieses Prinzip sollte auch gelten, unabhängig davon, ob es sich tatsächlich um Kriminelle handelt.
Die Diskussion lenkt den Blick auch auf den Vergleich mit Russland, wo behauptet wird, dass Wladimir Putin seine innenpolitischen Widersacher eliminieren lässt. Doch das soll uns nicht vom eigentlichen Thema ablenken. Im Gegensatz zu den russischen Methoden sollte unser westliches Wertesystem – in dem die USA traditionell eine Vorbildfunktion hatten – die Rechtsstaatlichkeit als zentrales Element betonen. Wenn wie im Fall Trump rechtsstaatliche Methoden missachtet werden, steht nicht nur das Vertrauen auf dem Spiel, sondern auch die grundlegenden Rechte selbst.

