USA drängen Nato-Partner zu höheren Verteidigungsausgaben
Die Vereinigten Staaten fordern die europäischen Nato-Staaten auf, ihre Verteidigungsausgaben auf bis zu fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. US-Außenminister Marco Rubio äußerte bei einem Nato-Treffen in Brüssel, dass dies notwendig sei, um die Allianz zu stärken und leistungsfähiger zu machen.
Laut Rubio ist dies die einzige Möglichkeit, die Nato in die Lage zu versetzen, besser auf globale Herausforderungen zu reagieren. Er zeigte Verständnis dafür, dass diese Forderung angesichts der langen Tradition sozialer Wohlfahrtssysteme in Europa auf Widerstand stoße. Doch die jüngeren geopolitischen Entwicklungen, so Rubio, hätten verdeutlicht, dass auch heute noch harte Macht als abschreckendes Mittel unverzichtbar sei.
Rubio betonte, dass es wichtig sei, ein gemeinsames Verständnis unter den Nato-Mitgliedern herzustellen, um sicherzustellen, dass jedes Land seinem finanziellen Beitrag zur Verteidigung nachkomme. Auch wenn das Erreichen der fünf-Prozent-Marke nicht unmittelbar geschehen könne, sei es von Bedeutung, dass konkrete und glaubwürdige Fortschritte gemacht würden.
Vor allem in großen Nato-Staaten wie Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien wird diese Forderung kritisch betrachtet, da deren aktuelle Ausgabenniveaus deutlich unter dem Ziel liegen. Eine neue gemeinsame Zielvorgabe bei einem für Juni geplanten Nato-Gipfel könnte Bewegung in die festgefahrene Situation bringen.
Rubio stellte zudem klar, dass diese Forderung auch die Vereinigten Staaten betreffe, die derzeit bei etwa 3,4 Prozent des BIP für Verteidigungsausgaben liegen. Spekulationen über einen möglichen Nato-Austritt der USA unter Präsident Trump wies Rubio entschieden zurück. Solche Sorgen seien unbegründet und lediglich übertriebene Spekulation. Im Gegenteil, die Ernennung eines neuen US-Botschafters bei der Nato sei ein klares Zeichen für das fortdauernde Engagement der Vereinigten Staaten im Bündnis.

