US-Zollwende und Ukraine-Signale treiben Wiener Börse auf Rekordkurs
Ein leichter Sonnenschein durchbrach die Wolken über dem Wiener Aktienmarkt, als positive diplomatische Entwicklungen und eine unerwartete Zollwende aus den USA die Anleger zu beherzten Investitionen animierten. Der ATX, der bedeutende Leitindex in Wien, überwand erstmals die symbolische Marke von 5.500 Punkten und ging mit einem satten Plus von 2,49 Prozent auf 5.544,90 Punkten aus dem Handel.
Bereits zur Wochenmitte hatten die Worte von US-Präsident Donald Trump in Davos für Aufatmen gesorgt. Seine Absage an eine militärische Aneignung Grönlands und die Suspendierung angedrohter Zölle gegenüber Europa verliehen den Börsen Flügel. Noch dazu verkündete Trump nach Börsenschluss, dass sich ein Entwurf für ein künftiges Handelsabkommen abzeichne, was als weiterer Beruhigungspfeiler für die Märkte fungierte.
Parallel zu diesen wirtschaftlichen Erleichterungen sorgten Hoffnungen auf Fortschritte im Ukraine-Konflikt für Auftrieb. Die Ankündigung trilateraler Gespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland legte den Grundstein für Optimismus. Zusätzlichen Antrieb bekam die dynamische Marktentwicklung durch ein Versprechen der USA, der Ukraine bei Annahme eines Friedensplans zollfreien Marktzugang zu gewähren.
Die Kursgewinne zogen sich quer durch das Spektrum des Wiener Leitindex, wobei lediglich Verbund keine nennenswerten Zunahmen aufwies. Besonders im Rampenlicht standen RBI mit einem beeindruckenden Plus von 7,1 Prozent, sowie Strabag und Porr, die 5 und 6,2 Prozent zulegten. Die Aktien der marktgewichtigen Erste Group stiegen um solide vier Prozent.
Unter den High-Performer stachen die AT&S-Papiere heraus, die sich um 5,7 Prozent verteuerten, angetrieben durch die allgemein gute Marktstimmung für Halbleiterfirmen mit KI-Schwerpunkt. Diesen Schwung nutzte das Unternehmen gleich, um Investitionen in seinem Standort in Leoben zu verkünden.
Demgegenüber glänzten die Aktien der Bawag mit einem vergleichsweise bescheidenen Anstieg von 0,6 Prozent auf 137,30 Euro. Trotzdem hoben UBS-Analysten ihr Kursziel exorbitant auf 151 Euro und bestätigten ihre Kaufempfehlung. Die jüngste Unternehmensentwicklung präsentierte sich in den Augen der Analysten vielversprechend mit stabilem Kreditwachstum und einem risikobewussten Kostenmanagement, begleitete Analyst Mate Nemes optimistisch.

