US-Zollpolitik sorgt für erneute Spannungen zwischen Washington und Peking
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China nimmt weiter an Schärfe zu. US-Präsident Donald Trump hat die Zölle auf chinesische Importe auf insgesamt 145 Prozent erhöht und damit den vorherigen Schätzungen widersprochen.
Dieser massive Anstieg resultiert aus bisher nicht eingerechneten 20-Prozent-Abgaben, die mit Chinas Beteiligung an der Fentanyl-Produktion begründet wurden. Zugleich gewähren die USA und die EU dem Großteil der Weltwirtschaft eine 90-tägige Verschnaufpause, indem sie einige Sonderzölle zunächst aussetzen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bekannt gegeben, dass geplante Gegenmaßnahmen vorerst nicht in Kraft treten, um Verhandlungen eine Chance zu geben. Präsident Trump hatte überraschend eine 90-tägige Pause bestimmter Zölle für viele Länder angekündigt, nicht jedoch für China.
Während Trump den Druck auf China erhöht, sind die Reaktionen aus Peking bislang verhalten geblieben. Allerdings hat China bereits Vergeltungszölle auf US-Waren in Höhe von 84 Prozent erhoben, wie bereits früher angekündigt.
Die Finanzmärkte reagieren stark auf die Entwicklungen: Der Dow Jones verlor 3,3 Prozent, der S&P 500 4,1 Prozent und der Nasdaq 100 fiel um 4,8 Prozent. Der Dax hingegen konnte sich kurzzeitig im Plus halten.
Die EU sieht ihre Sanktionspläne als moderates Druckmittel, das für den Fall gescheiterter Verhandlungen genutzt werden könnte. Das Ziel bleibt, die bestehenden US-Zölle auf Stahl und Aluminium sowie eventuelle neue Autotarife zu beheben und eine konfliktfreie Lösung zu finden.
Ob die Gespräche fruchten und der Handelsfrieden gesichert werden kann, bleibt abzuwarten.

