US-Zölle: Geschickter Handel untergräbt Milliarden-Einnahmen
Die US-Regierung droht Einbußen von bis zu 40 Milliarden Dollar jährlich durch Zolllücken zu erleiden, da Unternehmen Wege finden, die von Präsident Donald Trumps Administration eingeführten Importabgaben zu umgehen. Goldman Sachs Analysten warnten, dass die Einführung eines allgemeinen 10%-Zolls auf alle Importe sowie zusätzlich länderspezifische Abgaben und Produktzölle, wie auf Autos, verstärkt umgangen werden könnten.
Ein vielfältiges Tarifsystem ermöglicht die Umleitung von Waren durch Drittländer mit niedrigeren Zöllen, was das Umgehen von Zöllen erleichtert, so die Analysten. Ausländische Exporteure und US-Importeure hätten Anreize, den Wert von US-Importen bei den Zollbehörden bewusst herunterzuspielen.
Sollten Exporteure ihre Warenströme verschieben und Werte unvollständig berichten, könnten über 200 Milliarden Dollar an jährlichen Importen betroffen sein, was im Vergleich zu einem Szenario voller Compliance die Zolleinnahmen um etwa 40 Milliarden Dollar reduzieren würde.
Finanzminister Scott Bessent betonte zwar, dass Trumps Zölle über 500 Milliarden Dollar pro Jahr einbringen könnten, doch Handelsdaten zeigen alarmierende Signale. Insbesondere vietnamesische Firmen erhöhten zeitgleich sowohl Importe aus China als auch Exporte in die USA seit Jahresbeginn, was auf eine Umleitung hinweist.
Doch könnte ein Teil davon auf tatsächliche Investitionen in neue Fabriken zurückzuführen sein, da Lieferketten an die neue globale Handelssituation angepasst werden. Trotz Maßnahmen zur Schließung von Schlupflöchern, wie der Abschaffung der "de minimis"-Ausnahme, bleiben Anzeichen für Unterberichterstattung bestehen.
Zusätzlich weisen Preisdaten auf Zollumgehung hin, da die Einheitspreise für verschiedene Produktkategorien seit April stark gesunken sind. Maßnahmen zur Vermeidung von Zollbetrug, wie ein 40%-Zoll auf umgeleitete Waren und eine spezielle Taskforce, könnten das Ausmaß der Einnahmeverluste begrenzen. Dennoch bleibt die Einschätzung von Goldman zu den potenziellen Einnahmeausfällen bemerkenswert.

