US-'Shutdown' lässt deutsche Aktienmärkte unbeeindruckt - Pharma- und Stahlsektor glänzen
Trotz des kurzzeitigen Schocks durch den 'Shutdown' in den Vereinigten Staaten präsentieren sich die deutschen Aktienmärkte erstaunlich widerstandsfähig. Der Dax konnte seine anfänglichen Verluste schnell aufholen und erreichte zum ersten Mal seit Anfang September die 24.000-Punkte-Marke. Am Nachmittag wies der Leitindex einen Zuwachs von 0,28 Prozent auf 23.949 Punkte aus.
Auch der MDax zeigte sich mit einem Gewinn von 0,34 Prozent auf 30.371 Punkte von seiner stabilen Seite. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, legte ebenfalls um 0,24 Prozent zu. Die Anleger scheinen optimistisch, dass sich die politischen Parteien in Washington bald auf eine Lösung einigen und vermeiden dadurch größere konjunkturelle Folgen.
Analysten zeigten sich dennoch besorgt, dass der Arbeitsmarktbericht am Freitag möglicherweise nicht fristgerecht erscheinen könnte, was jedoch die Erwartung an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank nur temporär trüben würde. Solche Verzögerungen könnten Unsicherheiten schüren und zur Volatilität an den Märkten beitragen.
Ein weiterer Blick auf die Märkte offenbart erhebliche Gewinne bei Pharmawerten. Der Auslöser ist ein Abkommen zwischen der US-Regierung und Pfizer über günstigere Medikamente für Medicaid. Präsident Donald Trump plant ähnliche Verhandlungen mit weiteren Unternehmen, was positiv auf den gesamten Sektor abstrahlt. Merck KGaA führte die Gewinnerliste im Dax mit einem Plus von 6,7 Prozent an. Bayer konnte ebenfalls positive Zahlen verbuchen, während Sartorius im MDax um 7 Prozent zulegte.
Im Stahlsektor machten Anleger ebenfalls kräftig Gewinne. Meldungen über mögliche protektionistische Maßnahmen der EU ließen Aktien von Salzgitter im SDax um 9,3 Prozent steigen. Thyssenkrupp konnte im MDax mit einem Anstieg von 3,7 Prozent punkten.
Besonders gefragt waren auch die Aktien der Sportartikelhersteller Adidas und Puma. Dank erfreulicher Quartalszahlen von Nike, die eine Trendwende signalisieren, konnten beide Unternehmen jeweils knapp drei Prozent zulegen.

