US-Regierung zieht potenzielle Einigung mit Boeing in Betracht
In den langwierigen Bemühungen um juristische Konsequenzen für Boeing tritt eine neue Phase ein. Die US-Regierung prüft derzeit die Möglichkeit, dem Luftfahrtgiganten mit einer Vereinbarung vom drohenden Gerichtsprozess infolge der verhängnisvollen 737 Max-Abstürze abzulenken. Dies geht aus jüngsten Mitteilungen des Justizministeriums hervor. Eine finale Entscheidung über diese Vereinbarung ist allerdings noch nicht getroffen worden.
Der Widerstand vonseiten der Opferfamilien bleibt stark, die auf einen Beginn der Gerichtsverhandlung am 23. Juni pochen. Die Tragödien der Jahre 2018 und 2019, bei denen 346 Menschen ums Leben kamen, sind auf eine fehlerhafte Assistenzsoftware zurückzuführen. Diese sollte zwar die Piloten unterstützen, führte aber unter bestimmten Bedingungen zu schwerwiegenden Steuerungsproblemen.
Mitarbeiter von Boeing hatten damals gegenüber den Behörden erklärt, spezielle Schulungen für unnötig zu halten, was sich als fatal herausstellte. Ein weiterer Zwischenfall, bei dem im Januar 2024 ein Rumpffragment einer neuen Maschine abbrach, erweckte das Interesse der Justiz erneut. Dass dieser Zwischenfall glimpflich ausging, verdankt sich größtenteils dem Können der Piloten und günstigen Umständen.
Dennoch leitete das Ministerium ein neues Verfahren ein, da Boeing angeblich gegen bestehende Abmachungen verstoßen hatte. Im Juli 2024 bekannte sich Boeing zu Betrugsvorwürfen aus den USA-Zertifizierungsprozessen schuldig, woraufhin neue Einigungsversuche gestartet wurden. Teil dieser angedachten Vereinbarung war eine signifikante Geldstrafe sowie die Ernennung eines Compliance-Monitors.
Der texanische Richter, der den Fall bearbeitet, verwarf diese Übereinkunft allerdings, während die Familien der Absturzopfer weiterhin auf strengere Maßnahmen und Milliardenstrafen drängen. Am vergangenen Freitag informierte die US-Regierung die Angehörigen über die laufenden Gespräche mit Boeing. Die Vertreter der Opferfamilien bekräftigten ihren entschiedenen Widerstand gegen eine Prozessabsage.

